Bartholomäus, 24. August

Apostel Bartolomäus, Detail Gemälde „Jüngstes Gericht“ von Michelangelo (1537-1541), Sixtinische Kapelle. 

Bartholomäus erinnert uns: Glaube wächst nicht durch viele Worte, sondern durch Begegnung. Erst als er Jesus selbst erlebt, kann er sagen: ‚Du bist der Sohn Gottes.‘ Auch wir sind eingeladen, Jesus persönlich kennenzulernen und ihm zu vertrauen – mitten im Alltag, mit unserem ganzen Leben.
 
Apostel, Märtyrer

Namen
Möglich: Natanaël Bar-Tolmai (hebräisch = Sohn des Tolomai, „Furchenzieher“)

Namensvarianten
Bartel, Bart, Bartolo, Barthélemy, Bertalan

Gedenktag
24. August

Lebensdaten
Geboren in Galiläa, gestorben um 70 in Albayrak bei Başkale (heute Türkei, südlich von Armenien an der Grenze zum Iran)
 
Lebensgeschichte und Legende:
Bartholomäus taucht im Neuen Testament in den Apostellisten auf (z. B. Mk 3,14–19). Er wird mit Nathanaël identifiziert, den Jesus einen echten Israeliten nennt, einen „Mann ohne Falschheit“ (Joh 1,47).
 
Bartolomäus / Natanael ist im Johannesevangelium der fünfte Jünger, den Jesus beruft. Fünf Schüler hatte traditionsgemäß ein jüdischer Rabbi zur Zeit Jesu. Später weitet Jesus den Jüngerkreis auf zwölf. Damit deutet er die Erneuerung und Erfüllung der Verheißung der Sammlung und Einigung aller Menschen als Volk Gottes an, das in den 12 Stämmen Israels  vorausgebildet ist. 
 
Die Aussage Jesu, er habe Nathanaël schon gesehen, noch ehe er ihm begegnete – nämlich unter dem Feigenbaum –, bedeutet, dass Jesus ihn als wahres Glied des Volkes Gottes, Israels, ansieht. Das spiegelt sich in der Antwort Nathanaëls (Bartholomäus) wider: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!“ Ein anderer Überlieferungsstrang setzt Bartholomäus mit dem Bräutigam der Hochzeit zu Kana gleich.
 
Bartholomäus war Zeuge der Himmelfahrt Christi (vgl. Apg 1,13). Er soll als Wanderprediger bis nach Indien gelangt sein, wo er eine hebräische Abschrift des Matthäusevangeliums hinterließ, sowie nach Armenien (heute auch Aserbaidschan). Dort erlitt er der Überlieferung nach das Martyrium: Nachdem er die Tochter des Königs von Besessenheit geheilt hatte und sich fast die gesamte königliche Familie bekehrte, ließ der Bruder des Königs – von Götzenpriestern aufgehetzt – Bartholomäus hinrichten. Ihm wurde bei lebendigem Leib die Haut abgezogen, anschließend wurde er kopfüber gekreuzigt.
 
Über der Stätte seines Martyriums befindet sich ein heute verfallenes armenisches Kloster. Die Legende berichtet, dass seine Gebeine, um die einsetzenden Wunder an seinem Grab zu verhindern, in einem Bleikasten ins Meer versenkt wurden. Dieser Kasten trieb jedoch auf wundersame Weise bis zu den Liparischen Inseln bei Sizilien, wo eine Kirche zu Ehren des Apostels errichtet wurde.
 
Verehrung
Die Reliquien des Apostels kamen im 9./10. Jahrhundert über Benevent nach Rom und ruhen heute in der Kirche San Bartolomeo all’Isola.

Im 13. Jahrhundert empfing der Frankfurter Dom seine Hirnschale und trägt seitdem seinen Namen. Auch im Kloster Andechs werden Reliquien verehrt.
Die größte Verehrung genießt Bartholomäus als Glaubensbote der Armenier.

Zahlreiche Märkte und Feste an seinem Gedenktag – wie der Barthelmarkt in Oberstimm bei Ingolstadt – haben mit der Vorbereitung des Winters und der Weihnachtszeit zu tun.
 
Darstellung
meist bei seinem Martyrium oder mit abgezogener Haut, mit Schindmesser, sonst mit Buch, Schriftrolle, Fahne, Pilger- oder Kreuzstab
 
Patron
von Frankfurt, Maastricht, Altenburg und Pilsen, des Bistums Lüttich und der Liparischen Inseln  und für Berufe die Leder / Häute verarbeiten. 
 
Quelle
vgl. Bistum Augsburg
Benedikt XVI. über den Apostel Bartholomäus (4.10.2006)

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