Josef von Arimathäa, 31. August

Josef von Arimathäa bei der Abnahme des Leichnams Jesu vom Kreuz von Rogier van der Weyden (um 1435-1440)

Ein Jünger Jesu, wenn auch nur im Geheimen aus Angst vor den Führenden des Volkes und Jesu Bestatter. 

Namen
Josef von Arimathäa
 
Gedenktag
 31. August
 
Lebensgeschichte
Auch in den einflussreichen Kreisen der jüdischen Gesellschaft gab es Jünger und Zeugen Jesu. Alle vier Evangelien berichten über Josef von Arimathäa im Zusammenhang mit dem Begräbnis von Jesus, dessen Leichnam im Grab das für Josef vorgesehen war bestattet wurde.
 
Der Herkunftsort war eine antike Stadt, die nach 1. Samuel 1,1 Rama im Gebirge Ephraim, die Geburtsstadt des Propheten Samuel war und mit dem heutigen Rantis im Westjordanland, 25 Kilometer östlich von Jaffa identifiziert wird. 
 
Andere deuten die Beschreibung „der Arimathäer“ aus dem Altaramäischen kommend als die Berufsbezeichnung für Bestatter, „der nach dem Sterben  kommt und aufräumt“.
 
Jeder der Evangelisten liefert einige Details, die Josef charakterisieren. Matthäus sagt uns, dass er "ein reicher Mann" war (Mt 27,57), Lukas erzählt: Er war ein "Mitglied des Sanhedrins" (Lk 23,50), Markus fügt hinzu: Ein "erlauchtes Mitglied" (Mk 15,43).
 
Die herausragendste Eigenschaft von Joseph von Arimathäa ist, die von allen vier Evangelisten erwähnt wird, dass er ein Nachfolger Jesu ist, wenn auch nur "im Geheimen, aus Angst vor den Juden" (Joh 19,38) wie Johannes schreibt. 
 
Matthäus und Johannes sagen uns ausdrücklich, dass er "Jünger von Jesus war“ (Mt. 27,57 und Joh. 19,38). Und Markus sagt zusammen mit Lukas über ihn: "Ich habe auf das Reich Gottes gewartet". (Mk 15,43 und Lk 23,51).
 
Lukas gibt an, dass Josef von Arimathäa mit den Beschlüssen und Maßnahmen des Hohen Rates, der Führung der Juden in Jerusalem hinsichtlich der Verurteilung Jesu, nicht einverstanden war (vgl. Lk 23,51). Alles deutet darauf hin, dass er seine Meinungsverschiedenheiten mit einer gewissen Diskretion behandelte, aber vor dieser höchsten zivilen Autorität zeigte er "Mut", als er um den Leichnam Jesu bat (Mk 15,43). Und schließlich, wie Lukas bemerkt, war er ein "guter und gerechter Mann". (Lk 23,50).
 
Wie auch bei anderen Personen gibt es in den Evangelien keine ausdrückliche Aufforderung an Joseph, Jesus zu folgen. Der Ausdruck in Mt 27,57 kann mit "er wurde ein Jünger Jesu", "er wurde ein Jünger" oder einfach "er war ein Jünger" übersetzt werden. Das Schweigen darüber in den Evangelien lässt uns an eine Entscheidung denken, die mit Bedacht und großer Umsicht getroffen wurde.
 
Legende
Nach einer Legende sammelte Josef von Arimathäa bei der Kreuzigung das Blut Christi in einem Kelch. Das Blut stammte aus der Seitenwunde, die der römische Hauptmann Longinus Jesus mit einer Lanze zugefügt hatte. Dazu verwendete Josef den Kelch vom Letzten Abendmahl.
 
Die apokryphen Acta Pilati (5. Jahrhundert) schreiben die Geschichte des Josef von Arimathäa fort. Als der Leichnam Jesu nach der Auferstehung aus dem Grab verschwunden war, wurde Josef von Arimathäa verhaftet, des Raubes des Leichnams beschuldigt und zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt.
 
Im Kerker erschien ihm Christus, übergab ihm den Kelch des Abendmahls und bestimmte ihn zu dessen Hüter. Josef soll nur wegen der Kraft des Kelches den Kerker überlebt haben. Jeden Tag kam eine Taube und legte ein Stück Brot hinein.
Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis ging der greise Josef mit dem Kelchgefäß (auch als Gral bezeichnet) nach Spanien oder England, Glastonbury in Somerset. Eine dort errichtete Abtei ließ König Heinrich VIII. 1539 zerstörten. 

Verehrung
Der Überlieferung zufolge befindet sich das Grab, das Josef von Arimathäa Jesus überließ, in der westlichen Apsis der Rotunde der Jerusalemer Grabeskirche. 

Darstellung
Die Kreuzabnahme ist innerhalb der Kunst immer wieder dargestellt worden, wie Josef von Arimathia Christus den Körper Christ auffängt.
 
Patron
Der Bestatter
 
(Quelle vgl. unter anderen Prof. Josep Boira und Wikipedia)
 
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