Verena, 1. September


Erste namentlich bekannte Christin am Hochrhein, Glaubensbotin bei den Alemannen, ihr Verlobter Victor erlitt das Martyrium der christlichen Söldner der Thebeischen Legion. 

Gebet
Du bist der Liebe deiner Jugend gefolgt, und hast die Liebe deines Herzens gefunden. Denn dein Leben hast du der Liebe Gottes geweiht in Liebe deinen Nächsten gedient. So bist du zum Vorbild der Liebe geworden, gerechte Jungfrau Verena, bitte deinen Herrn, der die Menschen liebt, dass Er auch unsere Seelen errette! Amen

Namensbedeutung
Vom Lateinischen „verenus“ für  glaubwürdig bzw.  „verus“ für wahr oder echt.
 
Namensvarianten
Vre, Vrene, Vreni, Vreneli, Vera, Veronika (letzterer eine Umdeutung des antiken Namens Berenike), Vergle
 
Gedenktag
 1. September 
 
Lebensdaten
Geboren um 260 n. Chr. in Theben (Mittelägypten); gestorben um 320 oder 344 in Bad Zurzach (Schweiz) im hohen Alter. 
 
Lebensgeschichte und Legende
Im Verenamünster in Zurzach ist auf zwölf Tafelbildern die Legende der Heiligen dargestellt: 
  1. Verena kommt in der Ägyptischen Stadt Theben zur Welt. Sie ist die Tochter wohlhabender Eltern und wird von Bischof Chäremon getauft.
  2. Verena schliesst sich der Thebäischen Legion an, christliche Söldner aus Ägypten die im römischen Heer dienen. Sie verlässt ihre Heimat und zieht mit den Soldaten nach Europa, Italien. Ein Kommandant der Legion ist Mauritius, ein Cousin von Verena und auch ihr Verlobter Viktor, ist einer der Legionäre.
  3. Die Legion erreicht Mailand. Während die Soldaten über die Alpen ins Wallis weiterziehen, bleibt Verena in der Stadt zurück. Sie pflegt Kranke, besucht Gefangene und wartet eine günstige Jahreszeit ab, um Mauritius und den Legionären zu folgen.
  4. Im Wallis, am Unterlauf der Rhone vor dem Eintritt in den Genfersee (oder See Lemain) bei der heutigen Stadt St. Maurice, fällt die Thebäische Legion einer Christenverfolgung zum Opfer.
  5. Verena erfährt vom Martyrium der Soldaten. Sie begibt sich an den Ort des Geschehens, hilft die Märtyrer zu bestatten und zieht in eine Höhle nahe der Stadt Solothurn bei Basel (Schweiz).
  6. Verenas Aufenthalt in Solothurn bleibt nicht unbemerkt. Sie wird von Kranken aufgesucht, von Einheimischen unterstützt aber schliesslich vom römischen Statthalter Hirtacus verhaftet und in den Kerker geworfen. Aufgrund ihres Glaubens droht ihr die Todesstrafe. Im Kerker wird Verena von Mauritius getröstet. Er erscheint ihr und bestärkt sie, auf Gott zu vertrauen.
  7. Der römische Statthalter Hirtacus wird krank. Er lässt Verena zu sich rufen und auf ihr Gebet hin wird er wieder gesund. Aus Dankbarkeit lässt Hirtacus Verena frei. Zurück in ihrer Höhle sammelt sie Frauen um sich und lebt jetzt als Vorsteherin einer Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft wird der Region zum Segen. Während einer Hungersnot soll den Frauen um Verena das Mehl nie ausgegangen sein.
  8. Verena verlässt Solothurn und kommt nach Koblenz (Schweiz). Dort zieht sie sich auf eine der Inseln zurück, beim Zusammenfluss von Aare und Rhein. Auf der Insel wimmelt es aber von Schlangen (vielleicht sich Symbol für verleumderische Zungen bzw. Menschen die Verena ablehnen). Sich da aufzuhalten, ist gefährlich. Um die Gefahr zu bannen, spricht Verena ein Segensgebet über die Insel und alle Schlangen stürzen sich in den Rhein.
  9. Verena wird auch in Koblenz von Kranken aufgesucht, die auf ihr Gebet hin Heilung finden.
    Nicht weit von Koblenz, in Bad Zurzach, gab es damals schon eine christliche Gemeinde römischer Angestellter. Verena verlässt ihre Insel und findet im Haus des Priesters der Gemeinde in Zurzach eine neue Bleibe. Auch in Zurzach kümmert sie sich um Arme und Kranke. Die Attribute Kamm und Krug, sind Zeichen dafür.
  10. Verena ist bei der Bevölkerung bald sehr beliebt. Das weckt Neid und Missgunst. Ein Knecht des Priesters bemerkt, dass Verena vom Wein im Pfarrhauskeller nimmt und davon den Kranken bringt. Er trägt das dem Priester zu und als Verena wieder mit einem Krug voller Wein zu den Kranken unterwegs ist, wird sie zur Rede gestellt. Der Priester verlangt, Verenas Krug zu sehen. Aber so wie er in den Krug blickt, verwandelte sich der Wein darin in Wasser.
  11. Zu Beginn der Fastenzeit trägt der Priester Verena auf, einen goldenen Ring in Verwahrung zu nehmen. Während der Fastenzeit war es nämlich nicht gestattet, Schmuck zu tragen. Verena hütet den Ring in ihrer Kammer. Doch ein Knecht stiehlt den Ring und wirft ihn aber bevor er bei ihm entdeckt wird in den Rhein (verliert ihn im Rhein). Das  gestohlene Schmuckstück scheint verloren. Kurz vor Ostern bringen Fischer einen Lachs ins Pfarrhaus. Als dieser in der Küche zubereitet wird, kommt der gestohlene Ring im Magen des Fisches zum Vorschein.
  12. In Verenas Todesstunde erscheinen die Muttergottes und viele heilige Frauen, um Verena abzuholen und ihre Seele in den Himmel zu begleiten.
Verehrung
Dass Verena wirklich wie überliefert gelebt hat, ist nicht bewiesen, wohl aber gibt es wissenschaftlich viele Spuren des Verena-Kultes. Die Legende von Abt Hatto, Kloster Reichenau (888-913), machte Verena zu einer bedeutenden Heiligen im ehemaligen Bistum Konstanz und zu einer Hausheiligen der Habsburger. Ihre lange Wirkgeschichte bewegte Bischof Kurt Koch im Jahre 2003 dazu, Verena zur Patronin des Bistums Basel zu erheben. Jährlich am 1. September begeht die Pfarrei und die Stadt Bad-Zurzach das Fest der Heiligen. 
Der Wallfahrtsort wird besonders von Brautleuten aufgesucht um Fürsprache ein Kind zu empfangen. Zum Zeichen wird der Kopfschmuck der Braut am Grab niedergelegt. 
 
Darstellung
mit Kamm und Krug
 
Patron
Der Pfarrhaushälterinnen
 
Gebete
Heilige Verena, zum Triumphzug der unbesiegbaren Liebe Gottes ist dein Leben geworden, quer durch die Schweiz hast du Taten der Liebe gewirkt:
In Saint Maurice hast du deine siegreichen Gefährten beerdigt;
in Solothurn als Asketin die Besessenen erlöst und deinen Feind, den Tyrannen, durch dein Gebet geheilt;
in Zurzach die Bedürftigen gepflegt.
In dankbarer Liebe bewahrt und verehrt deine Stadt dein Grab. Dort linderst du bis heute allen die Not, die zu dir rufen. Freue dich, du Blume aus Theben, du Liebesgabe für die Schweiz. Amen
 
Gebete
Oh heilige und gerechte Mutter Verena, du hast dich als mutige Wundertäterin der Liebe erwiesen: Furchtlos hast du Berge und Tyrannen überwunden, Schlangen vertrieben und Krankheiten geheilt.
Getrieben von der Liebe zu Gott und den Menschen, wurdest du zu Gottes Liebesgabe an unser Land. Furchtlos setztest du alle deine Hoffnung auf den „Herrn, den allmächtigen König, der alles unter seiner Herrschaft hat, und dessen Willen niemand  widerstehen könnte.“ Ihm brachtest du dein jungfräuliches Leben als Gabe dar, Ihm galt dein Lob: „Ich lobe und verherrliche deinen Namen, o Gott, ich juble und freue mich, weil du meine Stimme gehört hast. Nun weiß ich, dass du die nicht verlässt, welche dich bitten.“ Schau nun auf uns, deine schwachen und mutlosen Knechte. Stärke unser verzagtes Herz, damit wir deinem Beispiel folgen und unverzagt das Reich und seine Gerechtigkeit vor alles stellend selber zum Werkzeug Seiner Liebe werden. Sollten Angst und Furcht und Sorgen uns überwältigen, stärke unsern Glauben und gewähre uns, in deinen Worten zu deinem und unserem Herrn zu rufen: «Gott, der du ein Gericht verheißen hast, das alle Zeiten und die darin leben fürchten, vor dem alle Mächte zittern, du Hoffnung der Verzweifelnden, Tröster der Waisen und wahrer Richter, du Licht vom Lichte, schau auf mich, denn ich bin allein (mit meinem Vater, und selbst er hat) alle haben mich verlassen. Herr und Gott, verlass mich nicht, in dir ist meine Hoffnung, Christus, du bist gepriesen in alle Ewigkeit.» Amen
 
Gebete 
Oh heilige und gerechte Mutter Verena, Wundertäterin von Solothurn und Zurzach, durch dich hat Gottes Liebe im schweizerischen Land reiche Frucht getragen: Durch dein Gebet hat Gott einen Besessenen geheilt; den dich verfolgenden Tyrannen vom Fieber befreit; deine Gemeinschaft vom Hunger bewahrt; Blinde sehend gemacht und Schlangen vertrieben. Mit deinen Händen hast du in Zurzach die Aussätzigen gewaschen und gesalbt und mit Gottvertrauen allen Neid und alle Missgunst überwunden. Voll Freude hast du gebetet: «Ich lobe und verherrliche deinen Namen, o Gott, ich juble und freue mich, weil du meine Stimme gehört hast. Nun weiß ich, dass du die nicht verlässt, welche dich bitten.» Mit derselben Zuversicht auf die große Gnade Gottes wenden auch wir uns nun an dich, oh gerechte Mutter: Neige dich auch unserem Flehen in Liebe zu und bete zu Gott für die Magd /den Knecht Gottes N.N., die/der leidend vor dir steht. Bitte Ihn, dass Er sie/ihn aus ihrer/seiner Krankheit, Not oder Bedrängnis errette, ihm/ihr seine/ihre Sünden erlasse und ihn/sie wieder ganz aufrichte. Breite die Liebe Gottes, von der dein Leben zeugte, auch über uns als schützende Decke aus, damit wir mit dir zusammen jubelnd Seinen Namen voller Freude preisen, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und allezeit und in die Ewigkeit der Ewigkeit. Amen
 
Quelle
vgl. Wikipedia, Pfarrei St. Verena, Zurzach, website Orthpedia
und andere
 
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