Resel von Konnersreuth, 18. September

 
„Therese Neumann keine Wonder Woman aber eine Frau mit vielen Wundern.“ Eine Frau die viele zum Glauben führte und stützte, auch im Widerstand gegen die Nazis. 
 


Glaubenszeugin, Dulderin, Mystikerin, Stigmatisiert und Nahrungslosigkeit
 
Namen
Therese Neumann kurz Resel genannt. 

Sterbetag
18. September

Lebensdaten
geboren am 9. April 1898 in Konnersreuth/Oberpfalz, gestorben am 18. September 1962 ebendort. 

Lebensgeschichte
Resel war das älteste von elf Kindern einer Schneiderfamilie. Mit 14 Jahren arbeitete sie bei einem verwandten Großbauern in Haus und Hof. Bei Löscharbeiten bei einem Brand einer  Scheune 1918 verrenkte sie sich das Rückgrat und erkrankte nach und nach bis zum völligen Zusammenbruch. Blind und gelähmt, zeitweise taub und von Epilepsieanfällen geschüttelt, war sie ein Pflegefall geworden.
 
Am 29. April 1923, dem Tag, an dem Therese von Lisieux seliggesprochen wurde, war Resl plötzlich von ihrer Blindheit geheilt. Zwei Jahre später, am 17. Mai 1925, dem Tag der Heiligsprechung von Theresia von Lisieux, verschwanden auch die Lähmungen und Krämpfe, und am Todestag der Heiligen im September desselben Jahres war sie wieder völlig hergestellt.
 
In der Nacht vom 4. auf den 5. März 1926 hatte Resl die erste Vision vom Leiden und Sterben Christi. Knapp 700 solcher Erlebnisse sollten bis zu ihrem Tod folgen. In dieser Nacht zeigte sich zum ersten Mal die Seitenwunde Jesu an ihrem Körper.
Ab Oktober 1926 nahm sie bis auf den täglichen Empfang der heiligen Kommunion keine Nahrung mehr zu sich. Nach und nach bildeten sich Wunden am Kopf und an den Händen, und jeden Karfreitag blutete sie aus Händen und Augen und sie fiel in einen todesähnlichen Schlaf, der bis zum Ostermorgen dauerte.
 
In ihren Ekstasen  soll sie auch auf Aramäisch gesprochen haben, der Sprache Jesu. Viele hielten Therese Neumann für eine Schwindlerin und verspotteten die Menschen die ihre Aufmerksamkeit erlangten als „wundersüchtig“. So auch der Journalist und Publizist Fritz Gerlich (1883–1934) Chefredakteur der „Münchner Neuesten Nachrichten“ (MNN), Vorgängerzeitung der heutigen „Süddeutschen Zeitung“. 1927 reiste Gerlich nach Konnersreuth um „dem Schwindel auf die Spur zu kommen“. Er wurde nach seiner Rückkehr nach München katholisch und aus seiner gewonnenen Glaubensüberzeugung heraus zu einem der schärfsten Gegner Adolf Hitlers. Auch der anfangs skeptische Kapuzinerpater Ingbert Naab (1885–1935) war von der Integrität der Resl überzeugt und gehörte wie Gerlich als Mitglied des „Konnersreuther Kreises“ zum Widerstand gegen die Nazis. 
Neben Gerlich und Naab gehörten auch die Schriftstellerin Emmy Hennings (1885–1948) und der indische Yogi Paramahansa Yogananda zum Freundeskreis von Therese Neumann. Yogananda besuchte sie 1935 und erwähnte seine Eindrücke in seiner „Autobiographie eines Yogi“. Er gilt als einer der ersten spirituellen Lehrer, die den Osten und Westen miteinander vernetzt haben. Emmy Hennings war Dichterin und Performerin, die vor allem als eine der Hauptfiguren des Cabaret Voltaire in Zürich bekannt wurde, einer der Geburtsstätten des Dadaismus. Sie war mit Hugo Ball verheiratet und hatte großen Einfluss auf die dadaistische Bewegung. Hennings besuchte Resel in Konnersreuth in der Zeit vom 26. Mai bis zum 6. Juni 1927 und berichtete in ihren Briefen an ihren Ehemann Hugo Ball ausführlich über diese Besuche. 
 
Am 7., 10. und 13. Juli 1940 erlitt Resel einen Schlaganfall der eine Lähmung der ganzen rechten Körperseite und auch des rechten Auges betraf. 
1962 starb Resel am 18. September in den Armen ihrer Schwester Maria.
 
Verehrung
1963 bezogen Marienschwestern vom Karmel das Kloster Theresianum in Konnersreuth und widmen sich seitdem der Betreuung der rund 50.000 Wallfahrer, die jährlich an das Grab der Mystikerin kommen. 
 
2005 eröffnete Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg den  Prozess für die Seligsprechung. 

Interview mit dem Jesuit Eckhard Frick, Priester und Psychologe über Theresia von Konnersreuth (2022). 
 
Gebet um Seligsprechung 
Jesus, du Krone aller Heiligkeit! Du erweckst in deiner Kirche immer neue Heilige. Wir bitten dich, lass deine Dienerin Therese Neumann, wenn es deinem heiligen Willen entspricht, zur Ehre der Altäre erhoben werden. Erfülle uns auf ihre Fürsprache mit tiefer Ehrfurcht vor deiner eucharistischen Gegenwart und gib uns Verständnis, dass wir durch Kreuz und Leid in unserem Leben teilnehmen dürfen an deinem Erlösungswerk. Der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.
 
Gebet
Herr, wie Du willst, soll mir geschehn und wie Du willst, so will ich gehn – hilf, Deinen Willen nur verstehn.
Herr, wann Du willst, dann ist es Zeit und wann Du willst, bin ich bereit heut und in alle Ewigkeit.
Herr, was du willst, das nehm’ ich hin, und was Du willst, ist mir Gewinn. Genug, dass ich Dein Eigen bin.
Herr, weil Du‘s willst, drum ist es gut und weil Du‘s willst, drum hab ich Mut mein Herz in Deinen Händen ruht.
 
Quellen
vgl. Bistum Augsburg, Wikipedia und andere
 
Nachruf auf Therese von Konnersreuth vom 25.09.1962 ∙ BR Retro ∙ Bayrischer Rundfunk
 
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