Niklaus von Flüe, 25. September


Mein Herr und mein Gott, nimm alles mir, was mich hindert zu dir. 
mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir. 
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.  
(Nikolaus von Flüe)

Bauer, Soldat, Richter, Ehemann, Vater von 10 Kinder, Mystiker 
 
Namensdeutung
Sieger des Volkes (griech.)

Namensvarianten
Nicolas, Niklaus, Niklas, Nicki, Niko, Niels, Nikolai, Nicolo, Klaus, Collin, Miklós, Mikołaj, Kai, Kolja, 

Gedenktag
25. September; 21. März Sterbetag

Lebensdaten
Geboren am 21. März 1417 auf dem Flüeli bei Sachseln im Kanton Obwalden (Schweiz); gestorben am 21. März 1487 in Flüli. 
 
Lebensgeschichte
Nikolaus‘ Vater, Heinrich von Flüe, war  ein wohlhabender Bauer, seine Mutter war Hemma Rupert.
Von frühester Kindheit an hatte er besondere Gotteserfahrungen. Mit sechzehn Jahren (1433) sah er als junger Bauer aus der Ranftschlucht - in der Nähe seines Elternhauses - einen hohen Turm aufwachsen und er erkannte, daß er selber ein solcher Turm im Dienste Gottes und der Heimat werden sollte.
 
Von 1440 bis 1444 nahm Niklaus von Flüe als Rottenführer am Alten Zürichkrieg teil. Es heißt, er focht mit dem Schwert in der einen und mit einer Gebetsschnur (einem Vorläufer des Rosenkranzes) in der anderen Hand. Bis 1460 beteiligte er sich immer wieder am Kriegsdienst.  
Im Alter von 29 Jahren heiratete er Dorothea Wyss, die 15 Jahre alt war. Sie bauten ein eigenes Haus und bekamen zehn Kinder. Nikolaus war für damalige Verhältnisse ein wohlhabender Bauer, auch Ratsherr des Kantons und Richter seiner Gemeinde.
Am 16. Oktober 1467 als das jüngste Kind -Klaus - 16 Wochen alt war und der älteste Sohn - Hans - der der Familie vorstand, 20 Jahre alt war, verliess er infolge der Erfahrung eines Meineides unter den Ratsherren und einer inneren Stimme folgend seine Familie mit deren Einverständnis. Dorothee fertigte Niklaus ein Büßerkleid - Kutte - mit der er sich als Einsiedler bekleidete.  Er brach  zunächst Richtung Basel auf um einen Einsiedler aufzusuchen. Nachdem er aber auf seiner Wanderung im Windental oberhalb des Liestals eine Vision hatte, kehrte er um und lies sich in der Ranftschlucht, nur wenige Minuten von seinem Haus entfernt, als Einsiedler in einer keinen Hütte nieder, die er mit seinen Söhnen baute.
 
20 Jahre lang lebte er ohne Nahrung  - außer der Eucharistie, die er zunächst monatlich später täglich empfing. Einem Priester aus Memmingen hatte er dafür aus eigenen Mitteln und mit Hilfe von Nachbarn eine Kapelle bei seiner Hütte errichten lassen.
„Bruder Klaus“ - wie er genannte wurde -, war der geistlichen Bewegung der „Gottesfreunde“ seiner Zeit verbunden. Er kannte das mystische Gedankengut des Heiligen Heinrich Seuse von Konstanz.
Menschen aus ganz Europa und aus allen Ständen suchten seinen Rat, der von vielen als „lebendigen Heiligen“ verehrt und  für seine Visionen bekannt war.
Der Mittelpunkt seiner Betrachtungen war die Vertiefung in das Leiden Christi. Immer wieder wurde er von intensiven Visionen heimgesucht. Von vielen Ratsuchenden aus ganz Europa und Pilgern wurde er aufgesucht. 
 
Niklaus von Flüe trug 1481 maßgeblich zum Abschluss des Stanser Friedensvertrags und zur Gründung der Schweiz bei. Er verhinderte dadurch einen drohenden Bürgerkrieg und das Zerbrechen der Eidgenossenschaft.
Am 21. März 1487 starb er mit 70 Jahren nach einem hartem Todeskampf auf dem Boden seiner Zelle liegend. 
 
Verehrung - Brauchtum
Bei der Einweihung der Kapelle, die an seine Einsiedlerhütte im Ranft angebaut war, hatte der Generalvikar und Weihbischof Thomas Weldner von Konstanz am 27. April 1469 verfügt, «dass Bruder Klaus von Flüe nach seinem Tod in seiner Pfarrkirche begraben werden soll». Dies war für Laien aussergewöhnlich.
Eine erste Biografie erschien bereits im Todesjahr 1487 und förderte seine Verehrung.
1501 wurde eine größere Kapelle für die einsetzenden Pilgerströme erbaut.
1679 wurde der Eichensarg mit den Gebeinen von Bruder Klaus aus der alten Pfarrkirche in Sachseln in die neue Pfarr- und Wallfahrtskirche überführt.
Große Bekanntheit erlangte das von ihm verfasste Gebet: „Mein Herr und mein Gott, nimm alles mir, was mich hindert zu dir“ (GL 9.5) sowie ein Betrachtungsbild (Radbild), das die Dreifaltigkeit Gottes, die sieben Sakramente und Werke der Barmherzigkeit darstellt.
Im Jahr 1649 wurde er durch die Erlaubnis seines Kults seliggesprochen. 300 Jahre später 1947 wurde er heiliggesprochen.
 
Neben der Wallfahrt zu seinem Grab, wurden im gesamten süddeutschen Raum zahlreiche Bruder-Klaus-Kapellen erbaut.
 
Der Gedenktag am 25. September ist der Tag, an dem 1671 seine zuerst auf Sachseln beschränkte liturgische Verehrung auf das ganze Bistum Konstanz ausgeweitet wurde. 

Darstellung
Als hagerer Asket mit Pilgerstab und Gebetsschnur (Rosenkranz). 
 
Patron
Der Schweiz - des Kantons Obwalden - der Päpstlichen Schweizergarde - der Katholischen Landjugend- und der Katholischen Landvolkbewegung - des Friedens. 
 
Gebet (Litanei)
V: Gott, unser Ursprung und Ziel.
A: Nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. 
V: Gott, unsere Hoffnung und Freude.
A: Nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. 
V: Gott, unser Leben und Licht.
A: Nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. 
V: Du Stärke der Schwachen.
A: Gib alles mir, was mich führet zu dir. 
V: Du Wort der Versöhnung.
A: Gib alles mir, was mich führet zu dir. 
V: Du Quelle der Liebe.
A: Gib alles mir, was mich führet zu dir. 
V: Gott in allem und über allem.
A: O Nimm mich mir und gib mich ganz zu Eigen dir. 
V: Gott in Zeit und Ewigkeit.
A: O Nimm mich mir und gib mich ganz zu Eigen dir. 
V: Gott in unsrer Mitte.
A: O Nimm mich mir und gib mich ganz zu Eigen dir. 
V: Mein Herr und mein Gott,
A: Nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.
Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich führet zu dir.
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu Eigen dir.
 
Quellen
vgl. Bistum Augsburg, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere
 
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