Kosmas und Damian, 26. September

Die heiligen Brüder Cosmas und Damian, Miniatur aus dem Stundenbuch der Anne de Bretagne (1505)
 
Sie behandelten Kranke ohne Lohn. Heute, wo Gesundheitssysteme stark ökonomisiert sind, erinnern sie daran:
Der Mensch ist mehr als ein Kunde, Fallnummer oder Kostenfaktor.
Heilberufe sind Dienst am Leben, nicht bloß Geschäft. Echte Liebe und Fürsorge lassen sich nicht „abrechnen“.
 
Ärzte, Märtyrer
 
Namensbedeutung
Kosmas: der Geschmückte,
Damian: der Mächtige (griech.)

Namensvarianten
Cosimo, Kosma, Kuzma;
Damien, Damon, Demian, Domian,

Gedenktag
26. September

Lebensdaten
geboren in Arabien, gestorben um 305 in Aigeai, Kilikien, heute Teil von Yumurtalık südöstlich von Adana (Türkei). 
 
Lebensgeschichte und Legende
Die Zwillingsbrüder Kosmas und Damian stammten aus einer wohlhabenden christlichen Familie und waren angesehene Ärzte.
Arme Kranken behandelten sie ohne Honorar (siehe Mt 10,8: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“).
Mit spektakulären Heilungen wie einer Beintransplantation und zahlreichen Bekehrungen ihrer Patienten zum Christusglauben schufen sie sich viele Neider und Feinde, nicht zuletzt unter den Götzenpriestern der römischen Heilgötter Apoll und Äskulap, denen sie das Geschäft verdarben.
 
Als unter Kaiser Diokletian eine reichsweite Christenverfolgung einsetzte, die unter dem Mitkaiser Galerius besonders im Osten des Römischen Reichs wütete, wurden Kosmas und Damian dem Statthalter Lysias vorgeführt, der ihnen das Kaiseropfer befahl. Als sie sich weigerten, wurden sie der Feuerfolter unterworfen und schließlich enthauptet. 

Anderen Überlieferungen nach waren sie Söhne der heilkundigen Christin Theodote, der Erfinderin der im Mittelalter weitverbreiteten Apostelsalbe aus zwölf Zutaten gegen Geschwüre, und starben 284 im nordsyrischen Kyrrhos (heute Nebi Huri 70 km nördlich von Allepo) eines natürlichen Todes, zuvor heilten sie den römischen Kaiser Carinus der den Glauben annahm.
 
Verehrung
Kosmas und Damian werden in den Ostkirchen sehr verehrt. Ihr Kult reicht an Orten wie Thessaloniki und Kyrrhos bis ins 4. Jahrhundert zurück.
Ihr Gedenktag am 27. September, dem Weihetag der Kirche Santi Cosma e Damiano im Jahr 527 in Rom, wurde bei der Kalenderreform 1969 aufgrund des  Gedenktags des Hl.  Vinzenz von Paul auf den 26.09. festgelegt. 
 
Cosimas und Damian werden im Ersten Eucharistischen Hochgebet genannt. Reliquien befinden sich in Prüm, Essen, Hildesheim, Madrid und München. In Italien, besonders auf Sizilien, finden um den 27. September herum zahlreiche Prozessionen zu ihren Ehren statt.
 
Darstellung
als Ärzte mit medizinischen Instrumenten, beim Beinwunder, oder bei ihrem Märtyrium. 
 
Patrone
der Kranken, der Ärzte und Apotheker,  der medizinischen Fakultäten, von Essen, Florenz, der Dynastie der Medici („Ärzte“), Patrone der Kinder in Brasilien

Gebete 
Erhabener Gott, mit den hl. Märtyrern Cosmas und Damian preisen wir deine Macht und Güte. Unentgeltlich haben beide als Ärzte gewirkt und vielen Kranken und Armen geholfen. Sie gaben ihr Leben, weil sie ihrem Glauben an dich treu geblieben sind.
Auf ihre Fürsprache bitten wir dich: Erfülle uns mit deinem Geist und stärke unseren Glauben. Hilf uns, die Kraft und den Reichtum des Glaubens zu entdecken. Lass uns erkennen, wie wir heute Christus nachfolgen und sein Evangelium mutig bezeugen können.
Wir bitten dich besonders für die Kranken und Suchenden, für die Zweifelnden und Schwachen, für die Kalten und Lauen, für die Zerstrittenen und Einsamen. Komm ihnen entgegen, denn du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Schenke uns einst das Leben in Fülle. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
(weitere Gebete unten!)

Gib mir Kraft
Herr,
Gib mir Kraft für diesen Tag,
Herr, ich bitte nur für diesen,
dass mir werde zugewiesen,
was ich heute brauchen mag.
Jeder Tag hat seine Last,
jeder Tag bringt neue Sorgen,
und ich weiß nicht, was du Herr,
mir für heut beschieden hast.
Aber eines weiß ich fest:
Dass mein Gott, der seine Treue
täglich mir erwies aufs Neue,
sich auch heute finden lässt.
Gib mir heute deinen Geist,
dass das Band wird stark gebunden,
das mich hält mit dir verbunden,
und bis morgen nicht zerreißt.
Und so will ich meine Bahn
ohne Sorgen weiterschreiten.
Du wirst Schritt um Schritt mich leiten,
bis mein letzter Schritt getan.
(nach R. Lehmann-Fihlès, vor 1945)
 
Quellen
Bistum Augsburg, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere
 
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