
Karl Borromäus von Giovanni Ambrogio Figino (1548–1608).
Zitate
Immer das Beste hoffen, aber auch immer das Beste tun.
Ich gestehe: Wir alle sind schwach. Aber Gott, der Herr, hat uns Mittel gegeben, die uns helfen können, wenn wir nur wollen.
Man soll nicht sagen müssen, daß du anders sprichst, als du denkst.
Nächstenliebe ist das, wodurch kein Mensch verloren geht und ohne das kein Mensch gerettet wird.
Gebet
Herr und Gott, erhalte in deiner Kirche den Geist, von dem der heilige Karl Borromäus erfüllt war und gib ihr die Bereitschaft, sich ständig zu erneuern. Gestalte sie nach dem Bild deines Sohnes Jesus Christus, damit die Welt ihn erkennen kann, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Bischof
Namensbedeutung
der Tüchtige, der Freie (althochdeutsch)
Namensvarianten
Charles, Carlo, Karel, Karol,
Gedenktag
4. November
Lebensdaten
geboren am 2. Oktober 1538 bei Arona, gestorben am 3. November 1584 in Mailand mit 46 Jahren.
Lebensgeschichte
Carlo Borromeo gehörte als Sohn des Grafen von Arona und einer Medici dem lombardischen Hochadel an. Mit neun Jahren in den Klerikerstand aufgenommen, wurde er bis zu seinem 21. Lebensjahr Kommendatarabt von insgesamt neun Klöstern, wobei er den Großteil seiner Einnahmen an die Armen weitergab.
Sein Studium des kirchlichen und weltlichen Rechts in Pavia, das ihm anfänglich Schwierigkeiten bereitete, absolvierte er schließlich so bravourös, dass ihn sein Onkel Papst Pius IV. 1559 nach Rom berief.
Karl erwarb sich als Geheimsekretär, Referendar des päpstlichen Hofes (den er zum Tragen dunkler Gewänder bewog) und später als Kardinaldiakon große Verdienste bei der Verwaltung des Kirchenstaats und besonders bei der Organisation und Durchführung des Konzils von Trient.
Er betrieb die Einberufung und den Fortgang der dritten und letzten Sitzungsperiode des Konzils von Trient in den Jahren 1562/63 und spielte in der Folgezeit eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Konzilsbeschlüsse, vor allem in der Reform der Bistumsverwaltung und der Seelsorge. Er leitete die Redaktionskommission des einflussreichen Catechismus Romanus.
Der plötzliche Tod seines geliebten Bruders Federigo 1562 veränderte das Leben des 24-Jährigen. „Dieser Schlag ist so schrecklich, dass keine menschliche Erwägung mich trösten kann. Mehr als sonst etwas hat dieses Ereignis mich unser Elend und die wahre Seligkeit der ewigen Heimat fühlen lassen", schrieb es und wandte sich einer streng asketischen Lebensweise mit Bußübungen und oftmaligem Fasten zu und entschloss sich, Priester zu werden.
1565 wurde er Bischof von Mailand. Karl erneuerte das innerlich wie äußerlich ruinierte Bistum gegen alle Widerstände – sogar ein Attentat wurde auf ihn verübt. Als beispielhafter Bischof, indem er für eine ordentliche Ausbildung des Klerus sorgte, die allerersten Seminare nach den Maßgaben des Konzils errichtete, die Konzilsbeschlüsse selbst durch mehrere Synoden umsetzte und durch eigene Bescheidenheit und Frömmigkeit als Vorbild wirkte.
Karl bereiste ununterbrochen das Bistumsgebiet. Reformatorische Tendenzen besonders in den Grenzgebieten zur Schweiz unterband er energisch.
Bei einer großen Pestepidemie 1576 ging er barfuß einer Prozession voran, weswegen er nach dem plötzlichen Verschwinden der Seuche als Heiliger galt. Karl selbst lebte in dieser Zeit fast nur von Wasser und Brot. Sein unermüdlicher Einsatz kostete ihn seine Gesundheit und schließlich sein Leben. Mit den Worten „Herr, siehe, ich komme“ starb er mit 46 Jahren an einem Fieberanfall.
Starken Eindruck machte Karl Borromäus auf seinen Verwandten Aloisius von Gonzaga (1568–1591), den er auf die erste Heilige Kommunion vorbereitete. Aloisius trat 1585 - im Jahr nach Borromäus’ Tod, - in den Jesuitenorden ein, starb aber mit nur 23 Jahren, nachdem er sich intensiv um die Pflege von Pestkranken gekümmert hatte. Er wurde 1605 heiliggesprochen.
Verehrung
Tausende gaben Karl Borromäus das letzte Geleit, als er in der Krypta des Mailänder Doms beigesetzt wurde, wo er bis heute verehrt wird.
1602 für selig erklärt, wurde er 1610 heiliggesprochen. 1624 ließ sein Vetter Federico Borromeo in Arona eine Kolossalstatue aufstellen - den San-Carlone - bis zum Bau der Freiheitsstatue von New York 1886 die größte von innen begehbare Statue.
1713 wurde in Wien die Karlskirche eingeweiht.
1845 wurde der Borromäusverein zur katholischen Volksbildung gegründet.
Weltweit tragen Priesterseminare den Namen des Mailänder Erzbischofs.
1925 beschloss die Fuldaer Bischofskonferenz, den Sonntag nach dem 4. November als „Borromäussonntag“ zu begehen. An diesem Tag sollen die Priester die Gläubigen auf die örtlichen Pfarrbüchereien hinweisen und für das „gute Buch“ werben. Heute wird der „Borromäussonntag“ üblicherweise als „Buchsonntag“ bezeichnet.
Lied (von Peter Gerloff)
- Lasst uns loben, freudig loben, Gott, den Herrn, der Karl erhoben und in seinen Dienst bestellt; der ihm seine Liebe schenkte, wenn er sich in Gott versenkte mit der Not der ganzen Welt.
- Singt das Lied vom Adelserben, den nicht Pracht und Amt verderben, weil sein Herz von Christus brennt. Singt von jenem unbeirrten, eifervollen guten Hirten, den das Volk mit Liebe nennt.
- Er besuchte, fragte, hörte, rief Versammlung ein und lehrte, er verbot und baute auf. Viele lernten neu zu beten. Feinde suchten ihn zu töten. Doch das Werk nahm seinen Lauf.
- Bring uns, großer Borromäer, einem Geistesfrühling näher, der die Kirche stärkt und klärt. Opfer für das Heil der Kranken, lass auch uns im Dienst nicht wanken, von der Glut des Reichs verzehrt.
Darstellung
als Kardinal mit Geißel, Kreuz oder Totenkopf
Patron
der Lombardei, des Tessins und des Bistums Lugano, der Priesterseminare
Quellen
www2.bistum-augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere.