Anna Katharina Emmerick, 9. Februar

Anna Katharina Emmerick (1774-1824)

Sie lebte, litt und starb mit Christus. Ein äußeres Zeichen dafür sind die Wundmale, die sie trug.

Ihre Visionen über das Leben und Leiden Jesu wurden von  Clemens Brentano (1778-1842) niedergeschrieben und wurden im 19. Jahrhundert fast in jedem katholischen Haushalt in Deutschland und weltweit gelesen. Die Visionen inspirierten den amerikanischen Regisseur Mel Gibson zu seinen Kinofilm „Passion“ (2003). 

Unverheiratete Frau, Taglöhnerin, Ordensfrau, Mystikerin

Namen
Anna Katharina Emmerick

Gedenktag
9. Februar

Lebensdaten
Geboren 8. September 1774 in Coesfeld (40 km westlich von Münster); gestorben in Alter von 50 Jahren am 9. Februar 1824 in Dülmen (14 km südlich von Coesfeld am Niederrhein). 
 
Lebensgeschichte
Anna Katharina Emmerick wurde als fünftes von neun Kindern am 8. September 1774 in einer armen Bauernfamilie in Coesfeld am Niederrhein geboren. Schon als Kind hat sie eine innige Beziehung zu Gott und zur Kirche, verfügt über gute Bibelkenntnisse, betet und betrachtet oft kontemplativ vor dem lebensgroßen Gabelkreuz in der Coesfelder Lambertikirche.
In der Schule - die sie nur vier lang Monate besuche konnte, weil sie im Haushalt mitarbeiten muss -, lernt sie etwas Lesen und Schreiben. Mit 17 Jahren macht sie eine Ausbildung zur Näherin und arbeitet anschließend auf verschiedenen Bauernhöfen als Wandernäherin. Ihr Wunsch aber ist, in einen Orden einzutreten. Die Aussichten aber sind schlecht; sie ist zu arm und kann die Mitgift nicht aufbringen.
Sie versucht im Haushalt eines Kantors und Organisten Dienst zu tun in der Hoffnung, nebenbei das Orgelspielen lernen zu könne um mit dieser Fähigkeit in einem Kloster Aufnahme zu finden. Bei der vielen Hausarbeit bleibt für das Üben aber keine Zeit. Die Tochter des Dienstherrn aber möchte ebenso wie sie Ordensschwester werden und setzt sich für sie ein. So werden beide Frauen schließlich in den Augustinerinnenorden auf dem Agnetenberg in Dülmen aufgenommen.
 
Emmerick ist jetzt 28 Jahre alt. Das geistliche Leben der Gemeinschaft ist nicht sehr intensiv und die Mitschwestern behandeln Emmerick wie eine Dienstmagd. Als das Kloster 1811 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wird, ist sie die letzte Schwester im Haus.
 
Emmerick ist jetzt 37 Jahre alt. Sie findet als Haushälterin bei einem aus dem revolutionären Frankreich nach Dülmen emigrierten Priester Unterkunft. Schon immer kränklich wird sie bettlägerig und nimmt kaum noch Nahrung zu sich. Ihre leibliche Schwester übernimmt an ihrer Statt die Arbeit als Haushälterin und kann sie mit versorgen. 
 
Am 19. Dezember 1812 treten erstmals die Wundmale Jesu an ihrem Körper auf - Anna Katharina ist jetzt 38 Jahre alt - und durchleidet jahrelang an jedem Freitag die Passion Christi und in mystischen Visionen sieht sie Ereignisse aus der biblischen Schöpfungs- und Heilsgeschichte.

Der preußische Staat wird durch die Öffentlichkeit auf die Ereignisse  aufmerksam gemacht und leitet Untersuchungen ein, bei denen versucht wird, Anna Katharina Emmerick als Betrügerin zu entlarven; doch es können keine Nachweise für einen Betrug erbracht werden. 
 
1819 zieht der Dichter Clemens Brentano von Berlin nach Dülmen. Er ist wie viele andere auf diese unscheinbare Frau mit den außergewöhnlichen Glaubenserfahrungen aufmerksam gemacht worden. Überwältigt von der Begegnung mit der jetzt 45 Jahre alten Frau, besucht Brentano fast täglich Anna Katharina Emmerick und schreibt ihre teilweise unglaublich präzisen und unableitbaren Visionen auf, die er bearbeitet und 1818-1824 mit eigenen Anteilen unter dem Titel "Das bittere Leiden unseres Herrn Jesus Christus" veröffentlicht.
Das Buch wird zu einem Bestseller und Hauptwerk der katholischen Spätromantik.
 
Mit 50 Jahre stirbt Anna Katharina Emmerick, am 9. Februar 1824 und wird auf dem Dülmener Stadtfriedhof begraben.
 
Verehrung
Im Jahr 1975 wurden ihre Gebeine in die Heilig-Kreuz-Kirche in Dülmen umgebettet. Nach einem langen und unterbrochenen Prozess wurde Anna Katharina Emmerick am 3. Oktober 2004 in Rom seliggesprochen.
 
Mel Gibson verarbeitete 2003 in seinem Aufsehen erregenden Film „Die Passion Christi“ die Leidensmystik Emmericks. 

Liturgische Texte 
Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott, du hast der seligen Anna Katharina die Kraft gegeben, ihren Glauben an Christus durch ihr Leiden zu bekennen. Komm unserer Schwachheit zu Hilfe, damit wir deine Wahrheit durch unser ganzes Leben bezeugen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 
Gabengebet
Herr, unser Gott, lass uns wie die selige Anna Katharina in Lauterkeit zu deinem Altare kommen, damit wir durch die Feier dieses Geheimnisses mit dem Reichtum deiner Gnade erfüllt werden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
 
Präfation
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und in den Heiligen deine Gnade zu rühmen. Inmitten der Kirche berufst du Menschen, sich Christus zu weihen und mit ganzer Hingabe das Himmelreich zu suchen. In ihnen offenbarst du deinen Ratschluss, uns Menschen die ursprüngliche Heiligkeit neu zu schenken und uns schon jetzt mit Freude an den Gütern der kommenden Welt zu erfüllen durch unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn preisen dich Himmel und Erde, Engel und Menschen und singen wie aus einem Munde das Lob deiner Herrlichkeit.
 
Kommunionvers
Die kluge Jungfrau hat das Bessere erwählt, das soll ihr nicht genommen werden. (Vgl. Lk 10,42)
 
Schlussgebet
Ewiger Gott, du hast uns mit dem Brot des Lebens genährt. Gib, dass wir dem Beispiel der seligen Anna Katharina folgen und in steter Dankbarkeit leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
 
Darstellung
mit Kopfverband und Wundmalen
 
Quellen
wikipedia.de; www2.bistum-augsburg.de; heiligenlexikon.de; evangeliumtagfuertag.org; orthpedia.de; mittelalter-lexikon.de und andere
 
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