
Tatjana von Rom (225) war eine junge Frau aus höchsten politischen Kreisen – und genau darin liegt ihre Aktualität. Ihr Martyrium steht nicht für religiösen Fanatismus, sondern für Gewissensfreiheit: Sie verweigerte den Kult, der Loyalität erzwingen wollte, und blieb innerlich frei.
Namensdeutung
Papas Tochter (von griech.-altslaw. „Tata“)
Namensvarianten
Tatiana, Tanja, Jana
Gedenktag
12. Januar
Lebensdaten
gestorben um 200 oder 225 in Rom
Lebensgeschichte
Der Name könnte auf einen römischen Sippennamen „Tatier“ oder den legendären Sabinerkönig Tatius verweisen.
Wahrscheinlich wurde Tatjana unter Kaiser Severus Alexander um das Jahr 200 in Rom hingerichtet, weil sie verbotenerweise zum christlichen Glauben übergetreten war.
Der Legende nach war sie die Tochter eines römischen Konsuls. Weil sie sich zum christlichen Glauben bekannte, wurde der Kaiser auf sie aufmerksam. Als sie mit ihm gemeinsam einen heidnischen Tempel betrat und zu beten begann, zerbrachen die Götzenbilder. Daraufhin wurde sie skalpiert, gefoltert und ins Feuer geworfen. Doch all das konnte ihr keinen Schaden zufügen. Schließlich ließ der Kaiser sie enthaupten.
Nach einer anderen Quelle erlitt ein slawisches Mädchen namens Tatjana in Griechenland den Märtyrertod. Schon sehr früh wurde sie vor allem in der griechischen und russischen Kirche als Heilige verehrt.
Verehrung
Aus dem 7. Jahrhundert ist eine Kirche auf dem Quirinal bezeugt, die der Heiligen geweiht war.
Brauchtum
Die Eröffnung der ersten Universität des russischen Reiches, die heutige Lomonossow-Universität in Moskau, fand am 12. Januar 1755 als „Geschenk“ des von Kaiserin Elisabeth beauftragten Ministers Iwan Schuwalow für seine Mutter Tatjana an deren Namenstag statt. Seitdem ist die Heilige Tatjana die Patronin der russischen Studenten, die ihren Gedenktag ausgelassen feiern.
Darstellung
im langen Gewand mit kahlgeschorenem Kopf, meist mit einem Löwen.
Patronin
der russischen Studenten
Quellen
Wikipedia.de; www2.bistum-augsburg.de; heiligenlexikon.de; orthpedia.de und andere