Isidor von Sevilla, 4. April

Jüngere Bruder von Leander, Erzbischof von Sevilla und Freund von Papst Gregor dem Großen - Vorgeschlagen als Patron des Internets und von Wikipedia.  

Isidor von Sevilla (560-636); Gemälde von  Bartolomé Esteban Murillo, 1655, Sakristei von Sevilla

„Durch das Gebet werden wir gereinigt, durch die Lesung der Heiligen Schrift unterrichtet. Wenn wir beten, sprechen wir mit Gott, wenn wir lesen, spricht Gott zu uns.“

Bischof - Kirchenlehrer - letzter Autor der Spätantike - einer der bedeutendsten Schriftsteller und Gelehrten des Frühmittelalters - Patron Spaniens, Internet, Programmierer, Computerbenutzer und Studenten.
 
Namensdeutung
Gottesgeschenk (griech.)
 
Gedenktag
4. April 

Lebensdaten
Geboren um 560 in Cartagena (Südost-Küste Spaniens, Provinz Murcia), gestorben am 4. April 636 in Sevilla. 
 
Lebensgeschichte
Isidor stammte aus einer angesehenen hispano-römischen Familie, die wenige Jahre nach seiner Geburt die byzantinisch besetzte Küstenstadt Carthago Nova (Cartagena) durch die Westgoten verließ und nach Sevilla zog, der Hauptstadt des westgotischen Reichs von Toledo (heute Andalusien). Nach dem Tod seines Vaters Severian übernahm sein Bruder Leander, der Abt des Klosters von Sevilla und ab 576 Erzbischof der Stadt und der Provinz Hispania Baetica, seine Erziehung.
 
Leander, der mit Papst Gregor dem Großen befreundet war und Isidor bauten eine der größten Bibliotheken ihrer Zeit auf und retteten damit unschätzbare Werke der niedergehenden Zeit der Antike. Bis zu seinem Tod arbeitete Isidor, der Griechisch, Lateinischen und Hebräisch beherrschte, an den 20 Büchern der Etymologiae, die das gesamte Wissen seiner Zeit sowie zahlreiche klassische Werke überlieferte von denen wir heute sonst nichts mehr wüssten.
 
Mit Isidor, der das mittelalterliche Bildungswesen mit seiner Fächeraufteilung begründete und die antike Gelehrsamkeit an die nachfolgenden Generationen weiterreichte, endet die Epoche der Kirchenväter. Isidor wurde nach dem Tod seines Bruders 601 Bischof von Sevilla. Er nutzte die Bibliothek, zur Abfassung eines riesigen enzyklopädischen Werks (ähnlich Wikipedia). Durch mehrere Synoden und Konzilien konnte er den Arianismus im Westgotenreich überwinden. Er gründete Schulen und unterstützte die damals noch wenigen Klöster.
Von Isidor stammt die bis heute gebräuchliche Bezeichnung "Messe" für die Eucharistiefeier, die vom lateinischen "Missio" = Sendung abgeleitet ist.
Isidor legte die Verbindung von Kontemplation und Aktion im Leben, wie es Jesus getan hat dar: „Jesus, der Erlöser, bot uns das Vorbild des aktiven Lebens, wenn er sich tagsüber dem Wirken von Zeichen und Wundern in der Stadt hingab, aber er zeigte das kontemplative Leben, wenn er sich auf den Berg zurückzog und dort im Gebet die Nacht verbrachte. Denn wie man Gott mit der Kontemplation lieben muss, so muss man den Nächsten mit dem Handeln lieben." (Benedikt XVI.)
Nachdem seine Geburtsstadt Cartagena von den Byzantinern befreit wurde bewirkte er mit der Formulierung „rex, gens, patria – ein König, ein Volk, ein Vaterland“ viel für die Verschmelzung der hispano-römischen Bevölkerungsschicht mit der westgotischen Bevölkerung um Einheit und Frieden zu schaffen.
In seiner Chronica Majora schreibt Isidor die Geschichte der Welt von der Schöpfung bis zum Jahr 615. Theologisch von Bedeutung ist vor allem sein dreibändiges Sentenzenwerk, das als erstes Kompendium der römischen Kirche für Dogmatik und Moral gilt.
 
Isidor warnt die Menschen davor, „eindimensional“ zu leben und empfiehlt statt dessen einen Mittelweg: nicht nur Betrachtung, Beschauung, Studium, Wissenschaft betreiben, aber auch nicht nur Aktion und Aktivismus, sondern beides in der rechten Weise miteinander verbinden. Wer Gott in seinem Leben ausläßt, weil er so viel zu tun hat, der tut am Schluß auch nicht mehr das richtige. Und wer sich nur dem Ewigen widmen will, der vernachlässigt, daß er ein Mensch ist mit Verantwortung für die Menschen seiner Zeit.
 
Im Alter von 76 Jahren starb Isidor. Sein Leichnam wurde im Dom von Sevilla zwischen jenen seines Bruders des heiligen Leanders und seiner ebenfalls als heilig verehrten Schwester Florentina beigesetzt.

Ferdinand I., König von Kastillien und Leon überführte den Leichnam 1063 nach Leon, wo er bis heute verehrt wird. 
 
Verehrung
Isidor von Sevilla wurde 1722 zum Kirchenlehrer erklärt. 
 
Quellen
bistum-eichstaett.de; wikipedia.de; www2.bistum-augsburg.de; heiligenlexikon.de; evangeliumtagfuertag.org; orthpedia.de; mittelalter-lexikon.de; katholisch.de und andere
 
Tagesheilige