Josef Moscati, 12. April

Giuseppe Moscati (1880–1927)
 
„Die Kranken sind Gestalten Jesu Christi; unsterbliche, göttliche Seelen, die man dem Evangelium gemäß wie sich selbst lieben soll.“

„Man darf den Schmerz nicht als Zuckung oder Muskelkontraktion behandeln, sondern als den Schrei einer Seele, zu der ein anderer Bruder mit dem Feuer der Liebe, der Barmherzigkeit, eilt.“
 
Arzt, Wissenschaftler, Universitätsprofessor, Pionier der Diabetes-Behandlung mit Insulin

Namen
Giuseppe (Josef) Moscati
 
Gedenktag
12. April

Lebensdaten
Geboren 1880 in Benevento bei Avellino; gestorben 12. April 1927 (Alter 46 Jahren) in Neapel. 
 
Leben
Giuseppe Moscati wurde 1880 als siebtes von neun Kindern des Richters Francesco Moscati und dessen Ehefrau Rosa de Luca, die aus der Familie des Grafen von Roseto stammte, geboren.
 
Sein Vater war Richter und Präsident des Gerichts von Benevento und wechselte 1888 an das Berufungsgericht in Neapel.
 
Nach dem Abitur am Vittorio-Emanuele-Institut nahm Moscati 1897 das Medizinstudium an der Universität Neapel auf, welches er 1903 mit dem Doktorat abschloss. Seine berufliche Tätigkeit begann Moscati am Incurabili-Krankenhaus (Ospedale di S. Maria del Popolo), 1908 wurde er Assistent am Institut für Physiologische Chemie. 1911 erfolgte seine Ernennung zum Privatdozenten für Physiologische Chemie. Später wurde er Direktor des Instituts für Pathologische Anatomie. Einen Ruf als Professor für Physiologische Chemie schlug er aus, um sich weiterhin der Arbeit im Krankenhaus widmen zu können. 1922 wurde er Privatdozent für Allgemeine Medizin.
 
Moscati starb plötzlich mit 46 Jahren am Ende eines Arbeitstages am 12. April 1927.
Moscati war einer der ersten Ärzte, die Insulin zur Behandlung von Diabetes verwendeten. Seine intellektuellen Gaben stellte er in den Dienst eines tiefen Glaubens in die heilende Kraft des Gottes.
 
Als Jugendlicher entschloss er sich nicht zu heiraten. Sein Selbstverständnis als Katholik bedeutete, dass er sich in besonderem Maße um Arme und Sterbende kümmerte. Er selber sagte: 
"Die Kranken sind Gestalten Jesu Christi; unsterbliche, göttliche Seelen, die man der evangelischen Vorschrift nach wie sich selbst lieben soll." 

Während seines ganzen Lebens feierte er täglich die Heilige Messe aus der er lebte.
 
Verehrung
Drei Jahre nach seinem Tod erfolgte eine Überführung seiner sterblichen Überreste in die Kirche Gesù Nuovo.
 
1975 wurde er von Papst Paul VI. selig und 1987 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. 
Er sagte: „Der Mann, den wir als Heiligen der Weltkirche anrufen, erscheint uns als eine tatsächliche Verwirklichung vom Ideal des christlichen Laien. Giuseppe Moscati, Chefarzt, ausgezeichneter Forscher, Universitätslehrer für Humanphysiologie und physische Chemie, erlebte seine vielseitigen Aufgaben mit dem Fleiß und Ernst, die für die Ausübung dieser schwierigen weltlichen Berufe notwendig sind. (...) Er ist Vorbild selbst für die Menschen, die seinen Glauben nicht billigen."
 
Früh zeichnete sich Giuseppe Moscati durch seinen humanitären Einsatz aus. Beim Ausbruch des Vesuvs im Jahre 1906 leistete er Betroffenen unmittelbare Hilfe und veranlasste u. a. die Räumung des Krankenhauses in Torre del Greco kurz bevor es unter der Last der Vulkanasche einstürzte.
 
Auch bei der Cholera-Epidemie in Neapel im Jahre 1911 war er Tag und Nacht bei den Kranken.
 
Während des Ersten Weltkriegs behandelte er ca. 3.000 Soldaten. Er kümmerte sich auch um die geistige Gesundheit der Soldaten und verfasste beispielsweise Tagebücher und Gedichte für sie.
 
 
Quellen
wikipedia.de; www2.bistum-augsburg.de; heiligenlexikon.de; evangeliumtagfuertag.org; orthpedia.de; mittelalter-lexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; und andere
 
Tagesheilige