Robert Bellarmin, 17. September

Hl. Robert Bellarmin (1542-1621), Antwerpen 1622
 
Ein „Superanwalt für den Glauben“ – er hatte kluge, klare Argumente um die katholische Kirche in stürmischen Zeiten zu stärken. Mut, Klarheit im Denken und Treue zum Glauben zeichnen ihn aus. Er korrespondierte mit Franz von Sales, mit dem er sich 1598 in Rom traf.  

Bedeutende Zitate
„Die Wahrheit ist stärker als die Meinung.“
“Die Nächstenliebe ist das, mit dem niemand verloren geht, und ohne das niemand gerettet wird.”
“Wer Gott findet, findet alles; wer Gott verliert, verliert alles.”
 
Ordenspriester, Bischof, Kirchenlehrer
 
Namensdeutung
der ruhmreich Glänzende (normannisch-germanisch)

Namensvarianten
Roberto, Robby, Robin, Robbie, Bob, Bobby, Bert

Gedenktag
17. September

Lebensdaten
geboren am 4. Oktober 1542 in Montepulciano (zwischen Siena und Perugia), gestorben am 17. September 1621 in Rom (Italien)
 
Lebensgeschichte
Roberto Francesco Romolo Bellarmino kam in einer verarmten Adelsfamilie zur Welt; seine Mutter, eine Schwester von Papst Marcellus II., ließ ihn am neu gegründeten Jesuitenkolleg von Montepulciano ausbilden, und 1560 trat Robert selber der Gesellschaft Jesu bei. Der Orden schickte den Hochbegabten zum philosophisch-theologischen Studium nach Rom und Padua, wo Robert tief von den Werken Thomas’ von Aquins geprägt wurde. Seine Ausbildung beschloss er im flandrischen Löwen, wo er sich gründlich mit den reformatorischen Schriften und Lehren auseinandersetzte und 1570, nach seiner Priesterweihe, als erster Jesuit eine Professorenstelle bekleidete. Robert Bellarmin hatte vor allem Auseinandersetzungen mit Vertretern der reformatorischen Bewegung, insbesondere mit James VI. von Schottland, der auch als König von England regierte, und auch mit verschiedenen protestantischen Theologen. Er war zudem in die Kontroversen um die Lehren von Galileo Galilei involviert.
 
Bellarmin begründete mit seinen vielbesuchten Vorlesungen gleich ein neues theologisches Fach: die Kontroverstheologie, die er ab 1576 in Rom lehrte und mit der er zum akademischen Hauptgegner der reformatorischen Theologen wurde. Sein Hauptwerk, die Disputationen über die Kontroversen des christlichen Glaubens, wurde bis zu seinem Tod zwanzigmal neu aufgelegt und in ganz Europa gelesen. Der kränkliche und dabei asketische Gelehrte wurde von Päpsten als Berater berufen, wegen seines Freimuts auch der kirchlichen Autorität gegenüber wieder weggeschickt und wieder zurückgeholt, weil sein theologisches Urteil unentbehrlich war.

1599 zur Annahme des Kardinalshuts gezwungen, spielte er eine maßgebliche Rolle in den Inquisitionsprozessen um Giordano Bruno und Galileo Galilei, wobei sich der liebenswürdige und auf Ausgleich bedachte „Jesuit in Rot“ selbst nach heutigen Maßstäben untadelig verhielt. 1602 zum Erzbischof von Capua ernannt und geweiht, setzte er dort die Beschlüsse des Konzils von Trient durch und erwarb sich mit seinem Weitblick und sozialen Maßnahmen die Achtung und die Liebe der ganzen Diözese – die er 1605 ungern wieder verlassen musste, um an der Kurie weiterzuwirken.
Robert Bellarmin, dessen eigene Wahl zum Papst am Veto Spaniens scheiterte, übernahm im Alter noch für einige Jahre das Bischofsamt in Montepulciano, zog sich ins Ordenshaus in Sant’Andrea al Quirinale zurück und wurde nach seinem Tod in der Jesuitenkirche Il Gesù beigesetzt.
 
Verehrung
Papst Pius XI. sprach ihn 1923 selig. Seine Reliquien ruhen in der Kirche Sant’Ignazio, unweit des Grabes seines Schützlings Aloysius Gonzaga – wie es seinem Wunsch entspricht. Pius XI. sprach ihn 1930 auch heilig und erhob ihn im Folgejahr zum Kirchenlehrer.
 
Darstellung
als Kardinal am Schreibtisch, mit Feder in der Hand, oder ein großes Tischkreuz verehrend
 
Patron
der Katecheten und Katechumenen, der Päpstlichen Universität Gregoriana
 
Quellen
vgl. Bistum Augsburg, Wikipedia und andere
 
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