Die Menschlichkeit bewahren

24.02.2025 | Besuch von Weihbischof Firman aus Ternopil, Ukraine

Freiburg. Am Montag, den 17. Februar, also genau eine Woche bevor sich der russische Angriff auf die Ukraine zum dritten Mal jährte, war Weihbischof Wolodymyr Firman aus der griechisch-katholischen Erzdiözese Ternopil-Zboriv in Freiburg zu Gast. Im Gespräch mit Weihbischof Dr. Birkhofer und weiteren Mitarbeitenden der Hauptabteilung 5 berichtete er von den schwerwiegenden Auswirkungen, die der Krieg auf die ukrainische Bevölkerung hat. Es gebe keine Familie, die nicht unmittelbar vom Krieg betroffen ist. Familien werden durch Flucht und Militärdienst auseinandergerissen, gewohnte Strukturen existieren oft nicht mehr.
 
In dieser schwierigen Lage versucht die griechisch-katholische Kirche durch vielfältige Hilfsangebote, den Menschen Stabilität und Zuversicht zu vermitteln. Nach drei Jahren Krieg, so Weihbischof Firman, bestehe die Gefahr der Abstumpfung und des Gewöhnens an die furchtbaren Bilder und Nachrichten von der Front; gefallene Soldaten würden bisweilen nur noch in Form von Statistiken wahrgenommen. Dieser Entwicklung gelte es gegenzusteuern und die Menschlichkeit zu bewahren. Weihbischof Firman bedankte sich anlässlich seines Besuches für die finanzielle Unterstützung der Erzdiözese aus dem Aufbaufonds Ukraine, ohne die dieses Engagement für die Menschen nicht möglich wäre.

Aufbaufonds Ukraine

Im so genannten Aufbaufonds Ukraine stellte die Erzdiözese Freiburg auf einen Beschluss der Kirchensteuervertretung hin kurz nach Kriegsbeginn aus Rücklagen die Summe von 10 Mio. Euro für sozial-caritative Projekte in der Ukraine zur Verfügung. Zu Beginn des Krieges wurden aus diesen Mitteln zunächst hauptsächlich die Unterbringung und Versorgung der aus dem Osten geflüchteten Menschen in den westlichen Gebieten unterstützt. In der östlichen Frontregion unterstützt die Erzdiözese in Zusammenarbeit mit dem Exarchat Donetsk die Menschen, die aufgrund ihres Alters nicht mehr in den Westen flüchten konnten oder wollten. Viele der Partner richten den Blick nun inzwischen besonders auf die riesige Zahl an Menschen, die durch den Krieg körperlichen und seelischen Schaden genommen haben. Daher stehen Projekte im Rehabilitationsbereich (physisch und psychisch) vermehrt im Zentrum der Projektförderungen, beispielsweise durch die Hilfe beim Aufbau der dazu nötigen Infrastruktur.
 
Selbst wenn die Waffen bald schweigen würden, an den Folgen des Krieges werden die Menschen in der Ukraine persönlich sowie als Gesellschaft noch sehr lange zu tragen haben. Den Dank für die finanzielle Unterstützung gab Weihbischof Birkhofer an seinen Mitbruder zurück: „Danke, dass Sie bei den Menschen bleiben, und uns so ein beeindruckendes Glaubenszeugnis geben“.
 
(mj)