Sonntag nach Ostern - Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit

Seit dem Jahr 2000 wird der Sonntag nach Ostern - Weißer Sonntag - als Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit gefeiert.


In Riedern am Wald und in Ühlingen findet an diesem Sonntag jeweils um 15:00 Uhr eine Andacht zur Stunde der Barmherzigkeit statt! - Herzlicher Einladung
 
Im Jahr 2000 hat Papst Johannes Paul II. den Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit für die gesamte Weltkirche eingeführt.
Der Barmherzigkeitssonntag geht auf die Ordensfrau Faustyna Kowalska (1905-1938) aus Krakau /Polen zurück, die die Botschaft der Barmherzigkeit Gottes in Christus durch ihre Visionen, Gebete und einem Bild des auferstandenen Jesus verbreitete.
 
„Am letzten Tag des großen Festes, dem großen Tag, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt, aus seinem Innern werden Ströme von lebendigem Wasser fließen.“ (Joh 7,37.38).
 
Dieser Ruf ist die Sehnsucht der Barmherzigkeit Gottes, den Menschen Frieden zu schenken. „Sage der Menschheit, sie wird so lange keinen Frieden finden, solange sie sich nicht zur Quelle meiner Barmherzigkeit hinwendet,“ hatte Jesus mitten in den 2. Weltkrieg und die Dunkelheit des 20. Jahrhunderts hinein einer polnischen Ordensfrau, Sr. Faustina Kowalska aufgetragen. „Ich wünsche ein Fest der Barmherzigkeit. Ich wünsche, dass das Bild, welches du mit dem Pinsel malen wirst, am ersten Sonntag nach Ostern feierlich geweiht wird. Dieser Sonntag soll das Fest der Barmherzigkeit sein.“ Johannes Paul II. hat am 30. April 2000 angeordnet: „Der zweite Sonntag in der Osterzeit wird von nun an in der ganzen Kirche den Namen ‚Barmherzigkeitssonntag’ tragen.“ Es ist dies der letzte Tag der Osteroktav, mit der die Kirche das Fest der Erlösung feiert.
 
Schon seit dem 4. Jahrhundert war es Sitte, das Osterfest nicht nur als einen einzigen großen Sonntag, sondern 8 Tage lange zu feiern. Dabei spielte das Vorbild alttestamtlicher Feste eine Rolle. Sieben Tage lang feierten die Israeliten z.B. das Laubhüttenfest (auf das sich auch das obige Johanneszitat bezieht). „Am achten Tag“ – so trug der Herr dem Mose auf – „habt ihr heilige Versammlung, und ihr sollt ein Feueropfer für den Herrn darbringen. Es ist der Tag der Festversammlung.“ (Lev 23.36).
 
Der achte Tag gilt jüdisch christlich als Tag der Vollendung. In sieben Tagen hat Gott die Welt geschaffen. Der achte Tag aber ist der Tag, der diesen innerweltlichen Rhythmus übersteigt. Er ist der erste Tag der neuen Schöpfung, die mit der Auferstehung Christi von den Toten begonnen hat. Am Achten Tag jedoch gelangen wir zur Vollendung des Ostergeheimnisses. Es ist der Tag, an dem der Herr im Evangelium zu Thomas sagt: „Streck Deine Finger aus, hier sind meine Hände. Streck Deine Hand aus und leg sie in meine Seite!“ (Joh 20:26).
 
Im Zentrum der Liturgie steht an diesem ersten Sonntag nach Ostern das geöffnete Herz Jesu, aus dem Blut und Wasser strömen, Zeichen für die Sakramente der Kirche, der Taufe und der Eucharistie. Mit anderen Worten: das Wasser ist der Heilige Geist, der uns in der Taufe von unseren Sünden rein wäscht und das Blut ist das Leben Jesu selbst, mit dem er uns in der Eucharistie nährt und so an seinen eigenen auferstandenen Leib hinein verwandelt.
 
Die Barmherzigkeit Gottes ist die größte Eigenschaft Gottes. Jesus, der die menschgewordene Barmherzigkeit ist, sagte in einer Vison zu Sr. Faustina: „Ich wünsche, dass das Fest der Barmherzigkeit Zuflucht und Unterschlupf für alle Seelen wird, besonders für die armen Sünder. An diesem Tag ist das Innere meiner Barmherzigkeit geöffnet; Ich ergieße ein ganzes Meer von Gnaden über jene Seelen, die sich der Quelle meiner Barmherzigkeit nähern. Jene Seele, die beichtet und die Heilige Komunion empfängt, erhält vollkommenen Nachlaß der Schuld und der Strafen. An diesem Tag stehen alle Schleusen Gottes offen, durch die Gnaden fließen. Keine Seele soll Angst haben, sich Mir zu nähern, auch wenn ihre Sünden rot wie Scharlach wären.“
 
Das Offenbarungsbild vom Barmherzigen Gott ist untrennbar mit dem Glaubenszeugnis von Sr. Faustina verbunden die den Auftrag hörte: „Male ein Bild nach dem, was du siehst, mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf dich.“ Aus den Tagebuchaufzeichnungen der Heiligen ist zu entnehmen, was Christus weiter sagte: „… ich verspreche, dass jene Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verlorengeht… ich wünsche, dass dieses Bild, welches du mit einem Pinsel malen wirst, am ersten Sonntag nach Ostern feierlich geweiht wird.“ 
 
Eine besondere Bedeutung kommt auch dem Gebet und der Andacht um 15:00 Uhr, in der „Stunde der Göttlichen Barmherzigkeit“ zu. Alle Gläubigen sind herzlich eingeladen an diesem Sonntag (aber auch an jedem Tag) um 15.00 Uhr, privat oder gemeinsam der Barmherzigkeit Gottes durch die österlichen Geheimnisse des Todes und der Auferstehung Jesu Christi zu gedenken.
 
GEBETSHILFE
 
HINFÜHRUNG (zum Vorlesen):
 
Die Feier der „Stunde der Barmherzigkeit“ geht auf die geistliche Erfahrung der polnischen Frau und Ordensschwester Faustyna Kowalska zurück. Helena , so der Tauf- und bürgerliche Name von Kowalska wurde 1905 geboren und ist mit 20 Jahren in die Kongregation der Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit eingetreten. Dort erhielt sie den Ordensnamen Maria Faustyna vom Allerheiligsten Sakrament.
 
Sr. Faustyna verehrte besonders das Allerheiligste Altarsakrament. Sie liebte es vor Jesus in der Eucharistie zu verweilen und mit ihm innere Zwiesprache zu halten.
 
In diesen Zeiten der Zwiesprache mit Jesus wurde Sr. Faustyna immer tiefer in die Schönheit und Weite der göttlichen Barmherzigkeit eingeführt. Schließlich erhielt sie von Jesus den Auftrag, die göttliche Barmherzigkeit ins Bewusstsein der Gläubigenzu rufen. Sr. Faustyna starb 1938 im Alter von 33 Jahren in Krakau. Im Jahr 2000 wurde sie von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. In Verbindung mit der Heiligsprechung führte Papst Johannes Paul den Barmherzigkeitssonntag ein und empfahl der Gesamtkirche, der Botschaft von der Barmherzigkeit Gottes, die Sr. Faustyna empfangen hatte, besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
 
ERÖFFNUNG:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
 
Hochgelobt und gebenedeit sei das Allerheiligste Sakrament des Altares.
Von nun an bis in Ewigkeit. Amen
 
Herr Jesus Christus, gegenwärtig im Tabernaklen als Brot des Lebens.
Wir beten dich an und preisen dich.
 
Du schenkst uns dein Leben. A: Wir beten dich an und preisen dich.
 
Du schenkst uns deinen Geist. A: ...
 
Du schenkst uns deine Liebe. A: ...
 
Du schenkst uns deine Kraft. A: ...
 
Du bist gegenwärtig in der heiligen Eucharistie. A: ...
 
Du verwandelst alle, die vor dich treten. A: ...
 
Du bist Stärkung auf unserem Lebensweg. A: ...
 
Du bist Wegzehrung auf unserem letzten Weg. A: ...
 
HINFÜHRUNG ZUR ANBETUNG (geistlich oder vor dem Tabernakel)
 
Sr. Faustyna erhielt von Gott den Auftrag, den Glauben an die Barmherzigkeit Gottes in der Kirche zum Leuchten zu bringen. Am 22. Februar 1931 erhielt sie in einer Vision von Jesus den Auftrag, ein Bild von ihm malen zu lassen, so wie sie ihn in ihren Visionengesehen hatte.
 
Das Bild zeigt den auferstandenen Herrn, wie er die rechte Hand zum Segnen erhebt und mit der Linken auf sein Herz zeigt, aus dem zwei Strahlenbündel hervorgehen: ein rotes Strahlenbündel, das auf das Sakrament des Leibes und Blutes Christi, die Eucharistie, hinweist und ein weißes Strahlenbündel, das das Sakrament der Taufe symbolisiert.
 
Aus dem Herzen Jesu, aus seiner Lebenshingabe für uns am Kreuz, ist die Kirche hervorgegangen, und sie gründet in den Sakramenten der Taufe und Eucharistie. Unter dem Bild stehen die Worte: „Jesus, ich vertraue auf dich!“ Das ist eine Aufforderung an uns Christen, im Blick auf Jesus und auf seine große Liebe zu uns, die selbst das Kreuz nicht gescheut hat, immer wieder neu Vertrauen zu fassen.
 
Sr. Faustyna hatte in ihren zahlreichen Visionen Worte von Jesus empfangen, die die Barmherzigkeit Gottes aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Sie schrieb diese Worte in ihrem Tagebuch nieder. Zur heiligen Eucharistie heißt es dort:
 
Siehe, Mensch, für dich habe ich den Thron der Barmherzigkeit auf Erden gegründet; dieser Thron ist der Tabernakel und von ihm will ich eintreten in dein Herz. Siehe, Ich habe mich weder mit einem Gefolge noch mit Wächtern umgeben. Du hast zu jeder Zeit Zutritt zu mir.
 
Öffnen wir Jesus unser Herz, damit Er der für uns gelitten hat und von den Toten auferstanden ist eintrete in unser Herz, es berühre, heile und erfülle.
 
STILLE ANBETUNG
oder/und ROSENKRANZ DER GÖTTLICHEN BARMHERZIGKEIT
 
Sr. Faustina hat das Gebet des Barmherzigkeits-Rosenkranzes gepflegt. Durch ihn erfahre der Mensch besonderds Gottes große Barmherzigkeit. Alles, was existiert, ist in Gottes Barmherzigkeit tiefer geborgen, als ein Kind im Schoße seiner Mutter.
 
Der sündige Mensch, fürchte den Erlöser nicht. Beginne ein Gespräch ganz allein mit deinem Gott der Barmherzigkeit, der dir selbst seine Worte der Vergebung sagen und dich mit seinen Gnaden überschütten will.
 
Wie wertvoll ist Gott die Seele!jedes Menschen. Er hat sie in seine Hände eingeschrieben und jeder/jede hat sich in sein Herz eingeprägt. Alles versinkt im Abgrund seiner Barmherzigkeit. Je größer die Sünde sein mag, desto größer ist Gottes Barmherzigkeit. Je mehr ein Mensch vertraut, umso mehr empfängt er Erbarmen.
 
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Vater Unser Gegrüßet seist du Maria Glaubensbekenntnis.
(Zwischen den 5 Abschnitten des Barmehrzigkeitsrosenkranzes können folgende Betrachtungen gelesen werden.)
 
  1. Das Bild Jesu mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich, ist ein Werkzeug der Barmherzigkeit Gottes, um das Erbarmen Gottes in sich eindringen zu lassen. Der Sünder soll keine Angst haben, sich Jesus zu nähern. Die Strahlen der Barmherzigkeit durchfluten jeden. Der Herr will sein Erbarmen auf die Seelen aller Menschen ausgießen. Diejenigen, die beichten und die Heilige Kommunion empfangen können, sollen keine Angst haben, sich dem HERRN zu nähern, auch wenn ihre Sünden rot wie Scharlach wären.

  2. Gottes Barmherzigkeit ist größer als alles Elend jedes Menschen und das Elend der ganzen Welt. Wer kann Gottes Güte ermessen? Für die Welt ist der Sohn Gottes vom Himmel auf die Erde herabgekommen; für jeden Menschen hat es sich an das Kreuz nageln und mit einer Lanze sein Herz öffnen lassen aus dem Blut und Wasser hervorströmten als Zeuchen der Quelle der Barmherzigkeit. Komm und schöpfe mit dem Gefäß des Vertrauens aus dieser Quelle! Geh auf Gott zu und gib IHM alle deine Not und dein Elend und Er wird dich mit seinem Erbarmen erfüllen. Jeder leidende Mensch möge sich an das barmherzige Herz Gottes schmiegen und er wird erfüllt mit seinem Frieden. Gott ist ganz Liebe und Barmherzigkeit. Wer sich ihm mit Vertrauen naht, wird so sehr erfüllt mit Gnade, dass diese Gnade auf andere Menschen ausstrahlen wird.


  3. Der Mensch soll nicht mehr von seinem Elend und Leid sprechen, denn Gott hat es schon vergessen. Schau das Herz Jesu voller Güte an! Nimm seine Empfindungen auf und bemühe dich um Stille und Demut! Sei anderen gegenüber barmherzig, wie es Jesus ist. Wenn du aber merkst, dass deine Kräfte nachlassen, komme zur Quelle der Barmherzigkeit und stärke deine Seele so erliegst du nicht auf deinem Weg.

  4. Herr Jesus Christus, Deine Barmherzigkeit ist ohne Grenzen, Dein Mitleid unerschöpflich. Schau auf uns mit Deinem liebenden und erbarmenden Blick. Stärke unser Vertrauen in Deine Barmherzigkeit. Lass uns begreifen und annehmen, dass Du uns geliebt hast, noch bevor wir Dich geliebt haben. Wir wissen, dass Du für uns Mensch geworden bist, um uns zu erlösen, da wir Sünder sind; wir wissen, dass Du uns bedingungslos und ohne Vorleistung liebst.

  5. Jesus wir danken Dir von Herzen. Wir vertrauen darauf, dass Du uns hilfst, auch in den schweren Prüfungen unseres Lebens. Niemals wollen wir an Dir und Deiner Liebe zu uns zu zweifeln. Wir wollen mit Dir zum Vater sagen: „Deine Wille geschehe!“, und uns aufgehoben wissen in deinem unendlichen Erbarmen, das Du uns geoffenbart hast. Darum bitten wir Dich, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und wirkst in Ewigkeit. Amen