„Frieden beginnt mit der Anerkennung der unantastbaren Würde jedes Menschen“ sagte Papst Leo XIV. am Freitag, den 6.2.2026 in seiner Botschaft zum 12. Welttag des Gebets und der Reflexion gegen den Menschenhandel betont.
Kernsätze aus der Botschaft
„Ich erneuere nachdrücklich den Aufruf der Kirche, dieses schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bekämpfen und zu beenden.“
„Ich erinnere an den Gruß des auferstandenen Herrn: »Der Friede sei mit euch« (Joh 20,19). Diese Worte eröffnen einen Weg zu einer erneuerten Menschheit. Wahrer Friede beginnt mit der Anerkennung und dem Schutz der von Gott gegebenen Würde eines jeden Menschen.“
„Die Logik der Unterdrückung und Missachtung menschlichen Lebens befeuert auch das Übel des Menschenhandels.“
„Geopolitische Instabilität und bewaffnete Konflikte schaffen für Menschenhändler einen fruchtbaren Boden zur Ausbeutung der Schwächsten, insbesondere von Vertriebenen, Migranten und Flüchtlingen [besonders] Frauen und Kinder.“
„Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich zwingt Menschen in prekäre Lebensumstände, wodurch sie für die trügerischen Versprechungen von Anwerbern empfänglich werden … und durch betrügerische Machenschaften und kriminelle Aktivitäten wie Online-Betrug und Drogenschmuggel verwickelt werden.“
„Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich zwingt Menschen in prekäre Lebensumstände, wodurch sie für die trügerischen Versprechungen von Anwerbern empfänglich werden … und durch betrügerische Machenschaften und kriminelle Aktivitäten wie Online-Betrug und Drogenschmuggel verwickelt werden.“
„Diese Formen der Gewalt sind keine Einzelfälle, sondern Symptome einer Kultur, die vergessen hat, so zu lieben, wie Christus liebt.“
„Die Gewalt des Menschenhandels kann nur durch eine neue Sichtweise überwunden werden, die jeden Menschen als geliebtes Kind Gottes betrachtet.“
„Menschenhandel geht alle an.“ Die Betroffenen leben meist unerkannt mitten unter uns, ausgebeutet in der Lebensmittelindustrie, in Lieferdiensten, auf dem Bau und nicht zuletzt in der Prostitution“: Das erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenhandel der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Ansgar Puff (Köln), aus Anlass des Welttags gegen Menschenhandel 2026.
Papst Franziskus erinnerte 2025 an die heilige Josefine Bakitha, der Patronin gegen den Menschenhandel: Weltgebetstag-2025 gegen Menschenhandel - „Es gelte, zusammenzuarbeiten, um den Opfern dieses Verbrechens zu helfen.“

Bakhita, Guseppina (1870-1947)
Papst Franziskus hat 2015 den Gedenktag der Heiligen Josephine Bakhita (8.2.) als „Internationalen Tag des Gebets und der Reflexion über den Menschenhandel“ eingeführt.
Die Botschaft von Papst Franziskus 2024 gegen Menschenhandel.
"Es ist von entscheidender Bedeutung, die Fähigkeit zu besitzen, denjenigen zuzuhören, die leiden. Ich denke an die Opfer der Konflikte, der Kriege; an die vielen, die von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind; an die große Zahl derjenigen, die zur Migration gezwungen sind; an jene, die zu Objekten sexueller Ausbeutung oder zu Arbeitssklaven werden, insbesondere die Frauen und die Kinder."
„Helfen wir uns gegenseitig, zu reagieren und unser Leben und unsere Herzen den vielen Schwestern und den vielen Brüdern zu öffnen, die wie Sklaven behandelt werden. Es ist niemals zu spät, sich zu entscheiden, dies zu tun.“
"Nicht Mittäter werden. Wenn wir Augen und Ohren verschließen, wenn wir untätig bleiben, werden wir zu Mittätern“, warnt Papst Franziskus an dem Tag, der 2024 unter dem Motto steht: „Sich in Bewegung setzen für die Würde: Zuhören, Träumen, Handeln.“
"Sklaverei gibt es auch heute noch", Papst Franziskus beim Angelus am 04.02. 2024
Film "Lied der Freiheit" (32 Minuten) nach der Autobiographie von Bakhita mit Originalaufnahmen aus dem Sudan und Italien.
Papst Benedikt XVI.
beschreibt Josephine Bakhitas Leben in seiner zweiten Enzyklika Spe salvi (Nr. 3-4) vor allem in Beziehung zur Hoffnung.
Johannes Paul II.
In der hl. Josephine Bakhita erblicken wir eine lichtreiche Anwältin einer wahrhaftigen Emanzipation. Die Geschichte ihres Lebens legt uns nahe, die Dinge nicht tatenlos hinzunehmen, sondern mit Entschiedenheit tätig zu werden, um Mädchen und Frauen von Unterdrückung und Gewalt zu befreien und ihnen ihre Würde durch die freie Ausübung ihrer Rechte zurückzugeben. (Aus der Predigt zur Heiligsprechung am 1. Oktober 2000)
Weltgebetstag 2024
Der Weltgebetstag gegen Menschenhandel am 8. Februar wurde von Papst Franziskus 2015 ins Leben gerufen. Millionen Menschen sind auch heute Opfer von Zwangsarbeit, Prostitution, Kinder- und Organhandel.
Sklaverei gibt es auch heute noch. Papst Franziskus erinnert beim Angelusgebet am 04.02.2024 daran, dass Sklaverei nicht der Vergangenheit angehört und dagegen auch heute angegangen werden müsse.
Aktionswoche dem Weltgebetstag gegen Menschenhandel am 8. Februar 2024 vorgeschaltet. Gläubige auf der ganzen Welt werden in Pfarreien, Vereinen und Gemeinschaften ihre Erfahrungen im Kampf gegen Menschenhandel teilen, über Lösungen nachdenken und beten.
Treffen junger Menschen 2024 in Rom im Einsatz gegen Menschenhandel.
Gebet
Heilige Josefine Bakhita,
du wurdest als Kind als Sklavin verkauft
du wurdest als Kind als Sklavin verkauft
und musstest Schwierigkeiten und unsägliches Leid bewältigen.
Von der physischen Sklaverei befreit,
Von der physischen Sklaverei befreit,
hast du die wahre Erlösung in der
Begegnung mit Christus und seiner Kirche gefunden.
Heilige Josefine Bakhita,
Begegnung mit Christus und seiner Kirche gefunden.
Heilige Josefine Bakhita,
hilf all jenen,
die in der Sklaverei gefangen sind.
Halte in ihrem Namen Fürsprache beim barmherzigen Gott,
damit die Ketten ihrer Gefangenschaft zerrissen werden können.
Möge Gott selbst alle jene befreien,
die in der Sklaverei gefangen sind.
Halte in ihrem Namen Fürsprache beim barmherzigen Gott,
damit die Ketten ihrer Gefangenschaft zerrissen werden können.
Möge Gott selbst alle jene befreien,
die vom Menschenhandel bedroht,
verletzt oder misshandelt werden.
Bringe Trost all jenen, die diese Sklaverei überleben, und lehre sie,
Jesus als Vorbild des Glaubens und der Hoffnung zu sehen,
damit ihre Wunden heilen können.
Wir bitten dich,
verletzt oder misshandelt werden.
Bringe Trost all jenen, die diese Sklaverei überleben, und lehre sie,
Jesus als Vorbild des Glaubens und der Hoffnung zu sehen,
damit ihre Wunden heilen können.
Wir bitten dich,
für uns alle Fürsprache zu halten und einzutreten:
damit wir nicht der Gleichgültigkeit zum Opfer fallen,
damit wir die Augen öffnen
damit wir nicht der Gleichgültigkeit zum Opfer fallen,
damit wir die Augen öffnen
und das Elend und die Wunden so vieler
Brüder und Schwestern zu sehen vermögen,
die ihrer Würde und ihrer Freiheit beraubt sind,
Brüder und Schwestern zu sehen vermögen,
die ihrer Würde und ihrer Freiheit beraubt sind,
und damit wir ihren Hilfeschrei hören.
Amen. (Franziskus)
Weitere Beiträge
Weltgebetstag gegen Menschenhandel und Sklaverei von Papst Franziskus 2015 ins Leben gerufen.
2. Dezember als Welttag gegen die Sklaverei 1949 von der UN ausgerufen sowie eine Konvention über die Bekämpfung des Menschenhandels und der Ausbeutung anderer Personen verabschiedet.
23. August zum Internationalen Tag der Erinnerung an Sklavenhandel und dessen Abschaffung 1998 von UNESCO erklärt. Wenngleich Sklaverei heute durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verboten ist, befinden sich derzeit schätzungsweise 21 bis 50 Millionen Menschen in sklavereiähnlichen Arbeitsverhältnissen.
Vierteiliger Dokumentarfilm von Raoul Peck (2021)
- Die Dokumentation ist leider unvollständig. Nicht erwähnt wird z.B. der Genozid an den Armenier 1915/16 oder vieler asiatischer Völker. Auch die Versklavung von 21-50 Millionen Menwschen heute wird nicht erwähnt.
Der Film zeigt die Ausrottung der amerikanischen Urbevölkerung quer durch 600 Jahre Geschichte, den Sklavenhandel nach Amerika bis zum Holocaust. Eine Reise ins Herz der Finsternis. Persönlich, rasant, aufrüttelnd.
Der international renommierte Dokumentarfilmregisseur Raoul Peck beleuchtet den engen Zusammenhang zwischen Rassenhierarchisierung und Völkermorden in der europäischen Geschichte: Ausgehend vom kolonialen Ursprung der Vereinigten Staaten von Amerika zeigt er, wie der Rassenbegriff mitsamt seinen dramatischen Folgen einen institutionellen Status erlangte. Ein mörderischer Geist, der auch die Ausplünderung des afrikanischen Kontinents begleitete und sich letztlich im NS-Programm der "Endlösung" durch die Vernichtung der europäischen Juden niederschlug.
Nach dem oscarnominierten Dokumentarfilm "I Am Not Your Negro" entlarvt Raoul Peck mit seiner vierteiligen Saga ausgehend vom Unrecht der Kolonialmächte die bis heute zutiefst in uns verankerte Ideologie der weißen bzw. eigenen kulturellen Vorherrschaft. Von der Ausrottung der amerikanischen Urbevölkerung über den Sklavenhandel bis zum Holocaust: ein Filmessay, quer durch 600 Jahre Geschichte, eine Reise ins Herz der Finsternis. Persönlich, rasant, aufrüttelnd.
