12. Okt. Patrozinium St. Fides Grafenhausen

Sonntag, 12. Oktober, 9.30 Uhr Festmesse mit dem Kirchenchor und der Trachtenkapelle Grafenhausen 

 
Im Anschluss Platzkonzert der Trachtenkapelle im Pfarrgarten und Stehempfang, bei schlechter Witterung im Pfarrkeller.
 
Das Gemeindeteam lädt die ganze Gemeinde und Gäste herzlich ein und dankt für die Mitwirkung der Katholischen Frauengemeinschaft, dem Kirchenchor mit Projektsänger*innen, dem Kindergarten, den Ministranten und allen Mitwirkenden.
 
Heilige Fides
 
Pfarrei St. Fides Grafenhausen
 
 
Papst Franziskus schreibt 2019 an die Katholiken in Deutschland
 
"Machen wir uns gemeinsam auf den Weg mit der ganzen Kirche unter dem Licht des Heiligen Geistes, unter seiner Führung und seinem Aufrütteln, um das Hinhören zu lernen und den immer neuen Horizont zu erkennen, den er uns schenken möchte."

Auszüge aus dem Brief:
 
"Ich möchte Euch nahe sein und Eure Sorge um die Zukunft der Kirche in Deutschland teilen. Wir sind uns alle bewusst, dass wir in einer Zeitenwende leben, die neue und alte Fragen aufwirft, angesichts derer eine Auseinandersetzung berechtigt und notwendig ist.
 
Ich stelle gemeinsam mit euch schmerzlich die zunehmende Erosion und den Verfall des Glaubens fest mit all dem, was dies ... auch auf sozialer und kultureller Ebene einschließt. Nicht nur im Osten, ... wo ein Großteil der Bevölkerung nicht getauft ist und keinerlei Kontakt zur Kirche hat und oft Christus überhaupt nicht kennt, sondern in ... traditionell katholischen Gebieten. (2)
 
Die derzeitige Situation anzunehmen und sie zu ertragen... ist eine Einladung, sich dem zu stellen, was in uns und in unseren Gemeinden abgestorben ist, was der Evangelisierung und der Heimsuchung durch den Herrn bedarf. (5)
 
Es ist eine der ersten und größten Versuchungen ... zu glauben, dass die Lösungen ... auf dem Wege der Reform von Strukturen, Organisationen und Verwaltung zu erreichen sei ... unser Vertrauen auf die Verwaltung zu setzen, auf den perfekten Apparat. Eine übertriebene Zentralisierung kompliziert aber das Leben der Kirche und ihre missionarische Dynamik, anstatt ihr zu helfen. So käme man vielleicht zu einem gut strukturierten und funktionierenden, ja sogar „modernisierten“ kirchlichen Organismus; er bliebe jedoch ohne Seele ... Wir würden lediglich ein vages Christentum sein, aber ohne den notwendigen „Biss“ des Evangeliums. (5)
 
Wir werden nicht in der Lage sein, irgendetwas Gutes zu tun, was dem Evangelium entspricht, wenn wir davor Angst haben. Wir dürfen nicht vergessen, dass es Spannungen und Ungleichgewichte gibt, die den Geschmack des Evangeliums haben, die beizubehalten sind, weil sie neues Leben verheißen. (5)
 
Wir werden nicht durch unsere Werke oder unsere Anstrengungen gerechtfertigt, sondern durch die Gnade des Herrn. ... Das Evangelium der Gnade mit der Heimsuchung des Heiligen Geistes sei das Licht und der Führer, damit ihr euch diesen Herausforderungen stellen könnt. ... Unsere Sendung und unser Daseinsgrund wurzelt darin, dass «Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn dahingab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben» (Joh 3,16).
 
Eine pastorale Bekehrung ist (notwendig) ... die darauf abzielt, das Evangelium zu leben und transparent zu machen, indem sie mit «dem grauen Pragmatismus des täglichen Lebens der Kirche bricht, in dem anscheinend alles normal abläuft, aber in Wirklichkeit der Glaube nachlässt und ins Schäbige absinkt». Die Evangelisierung muss unser Leitkriterium schlechthin sein, unter dem wir alle Schritte erkennen können, die wir als kirchliche Gemeinschaft gerufen sind in Gang zu setzen; Evangelisieren bildet die eigentliche und wesentliche Sendung der Kirche. (6) 
 
Die Evangelisierung ... ist keine „Retusche“, die die Kirche an den Zeitgeist anpasst, sie ist [auch] nicht der Versuch, Gewohnheiten und Praktiken zurückzugewinnen, die in anderen kulturellen Zusammenhängen [früher] einen Sinn ergaben. Nein, die Evangelisierung ist ein Weg der Jüngerschaft in Antwort auf die Liebe zu Dem, der uns zuerst geliebt hat (vgl. 1 Joh 4,19); ... Die Evangelisierung führt uns dazu, die Freude am Christen zu sein wiederzugewinnen. (7)
 
Unser Hauptaugenmerk muss sein, wie wir diese Freude mitteilen: indem wir uns öffnen und hinausgehen, um unseren Brüdern und Schwestern zu begegnen, besonders jenen, die ... auf den Straßen, in den Gefängnissen, in den Krankenhäusern, auf den Plätzen und in den Städten zu finden sind. (8)
 
Helfen wir mit, dass das Leiden Christi wirklich und konkret jenes vielfältige Leiden und jene Situationen berühren kann, in denen sein Angesicht weiterhin unter Sünde und Ungleichheit leidet. Möge das Leiden [Jesu] den alten und neuen Formen der Sklaverei, welche Männer und Frauen gleichermaßen verletzen, die Maske herunterreißen, besonders heute, da wir immer neu ausländerfeindlichen Reden gegenüberstehen, die eine Kultur fördern, die als Grundlage die Gleichgültigkeit, die Verschlossenheit sowie den Individualismus und die Ausweisung hat. (8)
 
Wir sind aufgefordert nahe am Leben der Menschen zu sein. ... Die Mission ist eine Leidenschaft für Jesus, zugleich aber eine Leidenschaft für sein Volk», ... nicht ein bloßens Anpassen an den Zeitgeist (vgl. Röm 12,2). Alle Bemühungen zielen darauf ab, dass die Kirche im Verkünden der Freude des Evangeliums, der Grundlage, auf der alle Fragen Licht und Antwort finden können, täglich treuer, verfügbarer, gewandter und transparenter wird. (8)
 
Achtet aufmerksam auf jede Versuchung, die dazu führt, das Volk Gottes auf eine erleuchtete Gruppe reduzieren zu wollen, die nicht erlaubt, die unscheinbare, vielfältige Heiligkeit zu sehen... Diese Heiligkeit, in den Eltern, die ihre Kinder mit so viel Liebe erziehen, in den Männern und Frauen, die arbeiten, um das tägliche Brot nach Hause zu bringen, in den Kranken, in den älteren Ordensfrauen, die weiter lächeln. ... Diese Heiligkeit regt uns an, erinnert daran und lädt ein, diesen marianischen Stil im missionarischen Wirken der Kirche zu entwickeln... «Denn jedes Mal, wenn wir auf Maria schauen, glauben wir wieder an das Revolutionäre der Zärtlichkeit und der Liebe. (10)
 
Brüder und Schwestern, haben wir Sorge füreinander! Achten wir auf die Versuchung durch den Vater der Lüge und der Trennung, den Meister der Spaltung [der Teufel], der beim Antreiben der Suche nach einem scheinbaren Gut oder einer Antwort auf eine bestimmte Situation letztendlich den Leib des heiligen und treuen Volkes Gottes zerstückelt! (10)
 
[Das Hören auf Gott und aufeinander] verlangt eine Haltung der Wachsamkeit und der Bekehrung... Die Wachsamkeit und die Bekehrung sind Gaben, die nur der Herr uns schenken kann. Uns muss es genügen, durch Gebet und Fasten um seine Gnade zu bitten... Die Gnade der Bekehrung [befreit] von falschen und sterilen Protagonismen. Sie befreit uns von der Versuchung, in geschützten und bequemen Positionen zu verharren, und lädt uns ein, an die Ränder [unseres Lebens, unserer Gesellschaft, etc.] zu gehen, um uns selbst zu finden und besser auf den Herrn zu hören. (12)
 
Diese Haltung der Entäußerung [wie Jesu] erlaubt es uns die Kraft der Hoffnung zu erfahren, die aus der Armut des Evangeliums geboren wurde, zu der wir berufen sind; sie macht uns frei zur Evangelisierung und zum Zeugnis. So erlauben wir dem Geist, unser Leben zu erfrischen und zu erneuern, indem er es von Sklaverei, Trägheit und nebensächlichem Komfort befreit, die uns daran hindern, hinauszugehen und, vor allem, anzubeten. Denn in der Anbetung erfüllt der Mensch seine höchste Pflicht und sie erlaubt ihm, einen Blick auf die kommende Klarheit zu werfen, die uns hilft, die neue Schöpfung zu verkosten. (12)
 
Die Verkündigung gibt unserer Existenz einen Sinn: Jesus Christus ist der Herr! Wir bedürfen des Gebetes, der Buße und der Anbetung, die es uns ermöglichen zu sprechen: «Gott, sei mir Sünder gnädig!» (12)
 
Christ-Sein bedeutet, sich selig und gesegnet und somit Träger der Glückseligkeit für die anderen zu wissen. Christ-Sein bedeutet, der Kirche der Seligpreisungen für die Seliggepriesenen von heute anzugehören: die Armen, die Hungrigen, die Weinenden, die Gehassten, die Ausgeschlossenen und die Beschimpften (vgl. Lk 6,20-23). Vergessen wir nicht: «In den Seligpreisungen zeigt der Herr uns den Weg. (12)
 
Ich möchte euch zur Seite stehen und euch begleiten in der Gewissheit, dass, wenn der Herr uns für würdig hält, diese Stunde zu leben, Er das nicht getan hat, um uns angesichts der Herausforderungen zu beschämen oder zu lähmen. Vielmehr will er, dass Sein Wort einmal mehr unser Herz herausfordert und entzündet... Seine Liebe «erlaubt uns, das Haupt zu erheben und neu zu beginnen. Fliehen wir nicht vor der Auferstehung Jesu [dem auferstandenen Jesus], geben wir uns niemals geschlagen, was auch immer geschehen mag. Nichts soll stärker sein als sein Leben, das uns vorantreibt!». (Franziskus, 29. Juni 2019)