Das Bild vom Barmherzigen Jesus
„Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben“
Zum Offenbarungsbild der Heiligen Schwester Faustyna Kowalska:
Privatoffenbarungen und Visionen sind oft verbunden mit dem gestalten, , malen oder prägen eines Bildes oder Zeichens. So zum Beispiel das Kreuz, das Christusmonogramm, unzählige Ikonen, die „wundertätige Medaille“ etc.
Mehrmals erschien Jesus der Ordensfrau Faustyna Kowalska (1905-1938). Zum 1. Mal am 22. Februar 1931. Jesus zeigte sich mit erhobener Segenshand, bekleidet mit einem weißen Gewand und vom Herzen ausgehende Strahlen in blau und rot. Faustina hörte den Auftrag: „Male ein Bild nach dem, was du siehst, mit dem Schriftzug: Jesus, ich vertraue auf dich.“ Aus den Tagebuchaufzeichnungen ist zu entnehmen, was Christus weiter sagte: „… ich verspreche, dass jene Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verlorengeht… ich wünsche, dass dieses Bild, welches du mit einem Pinsel malen wirst, am ersten Sonntag nach Ostern feierlich geweiht wird. Dieser Sonntag soll das Fest der Barmherzigkeit sein.“
Inzwischen wird dieses Bild in unterschiedlichen Darstellungen weltweit in unzähligen Kirchen und Wohnungen verehrt.
Bilder (Ikonen) können zum Glauben hinführen und ein Zeugnis sein. An der Art der Darstellungen oder an den Künstler und Künstlerinnen mag man sich auch reiben. Im deutschsprachigen Raum nimmt die Diskussion bzw. Beurteilung des Bild vom Barmherzigen Jesus als künstlerisch ästhetisch oder eher kitschig, breiteren Raum ein.
Grundsätzlicher aber ist die Frage zu stellen, kann und darf es eine bildliche Darstellung Gottes geben? Die Kirche hat die bildliche Darstellung von Christus grundsätzlich bejaht, da uns Gott selbst in Jesus ein Bild gegeben hat.
Faustyna besaß keine künstlerischen Grundkenntnisse. Obwohl sie nicht malen konnte, versuchte sie auf stetiges Drängen der Menschen denen sie verbunden war, die Vision in einem Gemälde umzusetzen bzw. von Künstlern malen zu lassen. In Vilnius (heute in Litauen) machte ihr Beichtpriester Michael Sopocko den Kunstmaler Eugeniusz Kazimirowski mit der Mission der Faustyna vertraut. Ein halbes Jahr lang wurde im Atelier des Künstlers darum gerungen, das in der Vision gesehene Bild des barmherzigen Jesus darzustellen. 1935 am 1. Sonntag nach Ostern, wurde das Bild in Vilnius in einer Kapelle ausgestellt. 1937 segnete – nach kritischer und seriöser Beratung – Erzbischof Romuald Jalbrzykowski das Bild und ließ dessen Verehrung zu.
Während des 2. Weltkrieges war das Bild auf dem Gebiet der damaligen UdSSR den Gläubigen nicht mehr zugänglich. Auf einem Dachboden versteckt und zusammengerollt nahm es Schaden durch Frost, Feuchtigkeit und Schimmel. Nach dem Krieg wurde es restauriert.
Papst Johannes Paul II. nannte es 1993 bei seiner Pilgerfahrt nach Litauen „Ein heiliges Abbild“. Es wird im Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes in Vilnius verehrt.
1943 – fünf Jahre nach dem Tod der Schwester Faustyna – baten die Mitschwestern in Krakau den Maler Adolf Hyla ein weiteres Bild nach der Vorlage und Beschreibung des ersten Bildes zu malen. Weil dieses Bild wegen seiner Größe nicht für den Altar der Kapelle der Schwestern geeignet war, bestellte die Oberin Irena Krzyzanowska ein weiteres Bild, das heute im Heiligtum von Lagiewniki verehrt wird.
Diese 3. Darstellung ist inzwischen zur meist verbreitetsten Bild des „Barmherzigen Jesus“ geworden, nachdem auch der damalige Bischof von Krakau sich für dieses Bild entschieden hatte.
Die Gestalt Jesu, als Auferstandener, taucht aus einem dunklen Hintergrund auf. Christus trägt ein weiß schimmerndes Gewand. Die rechte Hand ist zum Segen erhoben. Das Gesicht erinnert an die Darstellung auf dem Turiner Grabtuch. Die Aufmerksamkeit des Betrachters wird auf die Strahlen gelenkt, die aus dem Herzen strömen. Sie symbolisieren Blut und Wasser, die Eucharistie und die Taufe. In den Tagebuchaufzeichnungen von Sr. Faustina heißt es: „…diese zwei Strahlen drangen aus den Tiefen meiner [Christus] Barmherzigkeit, als mein sterbendes Herz am Kreuz mit der Lanze geöffnet wurde… mein Blick auf diesem Bild gleicht meinem Blick vom Kreuz herab“.
Die Gestalt Jesu, als Auferstandener, taucht aus einem dunklen Hintergrund auf. Christus trägt ein weiß schimmerndes Gewand. Die rechte Hand ist zum Segen erhoben. Das Gesicht erinnert an die Darstellung auf dem Turiner Grabtuch. Die Aufmerksamkeit des Betrachters wird auf die Strahlen gelenkt, die aus dem Herzen strömen. Sie symbolisieren Blut und Wasser, die Eucharistie und die Taufe. In den Tagebuchaufzeichnungen von Sr. Faustina heißt es: „…diese zwei Strahlen drangen aus den Tiefen meiner [Christus] Barmherzigkeit, als mein sterbendes Herz am Kreuz mit der Lanze geöffnet wurde… mein Blick auf diesem Bild gleicht meinem Blick vom Kreuz herab“.
Das Gemälde von der Barmherzigkeit Gottes, wie es nach den Visionen von Sr. Faustyna gemalt wurde, ist einfach da. Die Tatsache, dass vor diesem Bild unzählige Menschen Trost, Zuversicht und Hoffnung erfahren, lässt etwas von der Zeugniskraft dieser Darstellung für unzählige Menschen erahnen wie immer man die Bildsprache und Ästhetik beurteilt.
Ausführliche Geschichte der verschiedenen Fassungen des Bildes (Netzpräsenz der Kongregation der Muttergottes der Barmherzigkeit)
Erich Läufer: Das Unfassbare fassbar machen. Zum Offenbarungsbild der Hl. Schwester Faustyna Kowalska. In: Erzbistum Köln (Hrsg.): „Mein Jesus, ich vertraue auf dich!“ Handreichung mit Anregungen für die Feier des Barmherzigkeitssonntags. Köln 2013, S. 32ff.
