
Foto: Archiv Christkönigs-Institut Meitingen
Wann kommst Du, Herr, mit Deiner Macht, die Feinde zu verjagen?
Zünd an die Fackel in der Nacht
und laß es endlich tagen !
Zünd an die Fackel in der Nacht
und laß es endlich tagen !
Mit starker Hand schlag an das Tor
des Kerkers dieser Erde !
Tritt selbst als Führer dann hervor,
als Hirte Deiner Herde !
des Kerkers dieser Erde !
Tritt selbst als Führer dann hervor,
als Hirte Deiner Herde !
Der Menschheit Amme ist die Not
des Leibes und der Seele,
Ihr letztes Lebensziel der Tod.
Er würget aller Kehle.
Wir sterben all am grimmen Krieg.
Es will kein Ende werden.
Herr, führe Du zum Sieg
des Leibes und der Seele,
Ihr letztes Lebensziel der Tod.
Er würget aller Kehle.
Wir sterben all am grimmen Krieg.
Es will kein Ende werden.
Herr, führe Du zum Sieg
den Frieden auf der Erden!
Zerschlag des Unrechts Allgewalt,
des Hasses und der Fehde!
Gebeut' dem bösen Feinde Halt
und aller Lügenrede!
des Hasses und der Fehde!
Gebeut' dem bösen Feinde Halt
und aller Lügenrede!
Dein Reich! Das ist das allermeist!
Herr, schaff es uns hinieden!
Die Freiheit ist nur, wo Dein Geist!
Nur Liebe zeugt den Frieden!
(1943 im Zuchthaus Brandenburg)
Herr, schaff es uns hinieden!
Die Freiheit ist nur, wo Dein Geist!
Nur Liebe zeugt den Frieden!
(1943 im Zuchthaus Brandenburg)
Priester - Engagierter für Alkoholkranke - Friedensaktivist - Ökumeniker - Märtyrer
Namen
Max Josef Metzger
Gedenktag
17. April
Lebensdaten
Geboren am 3. Februar 1887 in Schopfheim, Südbaden, 30 km nordöstlich von Basel; gestorben, hingerichtet am 17. April 1944 in Brandenburg an der Havel, zwischen Berlin und Magdeburg.
Lebensgeschichte
Max Josef war Sohn eines Lehrers und wuchs als Katholik in einem überwiegend protestantischen Ort auf, als sich die christlichen Konfessionen noch spinnefeind waren. Nach der Schulzeit besucht er aufgrund seiner herausragenden schulischen Leistungen zunächst die Gymnasien in Donaueschingen und Lörrach, um dann im Konradihaus in Konstanz das Abitur zu machen.
Darauf folgt das Studium der Theologie in Freiburg im Breisgau und im schweizerischen Fribourg, einschließlich der theologischen Promotion 1910. 1911 empfing er in Freiburg im Breisgau die Priesterweihe. Als junger Kaplan, Neuerungen aufgeschlossen sowie der Idee einer urchristlichen Erneuerung der katholischen Kirche, arbeitete er zunächst als Kaplan in Karlsruhe, dann 1912 bis 1914 in Mannheim und anschließend bis zum Beginn des ersten Weltkrieges in Oberhausen.
Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete sich Metzger freiwillig als Militärseelsorge. Er wird als Divisionspfarrer mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wegen des Einsatzes unter Lebensgefahr für einen Soldaten.
In seiner Reflexion über diese Erfahrung sagt er 1943: „Das Erlebnis an der Front und hinter ihr, befestigte in mir die Überzeugung, daß nur eine echte Friedensorganisation der Welt dem wahren Volksinteresse entspreche.“ (vor dem Volksgerichtshof 1943)
Wegen einer Rippenfell- und Lungenentzündung wurde er nach einem Jahr als kriegsuntauglich geschrieben und er folgte 1915 der Einladung, sich in Graz der katholischen Abstinenzlerbewegung -Antialkoholiker - anzunehmen als Generalsekretär des „Katholischen Kreuzbündnis Österreichs“.
Konfrontiert mit menschlichem Elend und sozialer Not, besonders mit dem schrecklichen Ausmaß der Alkohol-Suchtkrankheit, schließt sich Metzger der Abstinenzbewegung an und verzichtete nicht nur selbst streng auf Alkohol, Tabak und Fleisch, sondern suchte andere von dieser Abstinenz zu überzeugen.
Neben der Trinker-Fürsorge widmet sich Metzger der Friedensarbeit.
1917 legte er Papst Benedikt XV. ein internationales religiöses Friedensprogramm in 12 Punkten vor vor, das den Frieden erreichen und bewahren und soziale Verbesserungen bringen sollte. Das Programm fand das Interesse das Papstes. Die Verbreitung seiner Gedanken wurde durch die Militärbehörden verboten.
Metzger gründete im selben Jahr den Weltfriedensbund vom Weißen Kreuz und war zwei Jahre später maßgeblich an der Gründung des Friedensbunds deutscher Katholiken beteiligt.
Metzger war ein hervorragender Redner, verfügte seit Studienzeiten über ausländische Kontakte und konnte sich fließend auf Französisch sowie in der Kunstsprache Esperanto ausdrücken, weswegen er zu vielen internationalen Friedenskonferenzen entsandt wurde.
Bereits Jahre vor der offiziellen Einführung des Hochfestes Christkönig (1925) wuchs in ihm die Überzeugung vom „Königtum Christi" als zentrales Motiv seiner persönlichen Frömmigkeit. Ein Motiv, das nicht nur im Blick auf das individuelle Glaubensleben relevant wurde, sondern darüber hinaus ein hohes Maß an herrschafts- und ideologiekritischem Potenzial in sich trug. Denn wenn Christus der wahre König war, konnten es die Diktatoren und Potentaten der Völker nicht sein.
Umgekehrt galt für Metzger:
Wo sich der Glaube an Christus als dem wahren König verflüchtigt, steht das friedliche Zusammenleben der Menschen auf dem Spiel: „Ohne Christus, ohne tiefstes Christentum ist Krieg", so seine Überzeugung.
Seinen Einsatz für die „Verwirklichung des sozialen Königtums Christi in der Welt“ drückte Metzger, der keine Berührungsängste mit Kommunisten oder Sozialisten hatte, mit marxistisch klingenden Parolen aus wie „Katholiken aller Länder vereinigt euch! Es lebe die Katholische Internationale!“ Trotz bischöflicher Auflagen wurde Metzger wieder in der Friedensbewegung aktiv. „Das ganze gottverlassene System der Wirtschaft von heute mit ihrer schrankenlosen und gewissenlosen Profitgier führt, ohne daß es dem Einzelnen meist zu Bewußtsein kommt, fast zwangsläufig einmal zu der Katastrophe des Krieges“ schreibt er 1930.
1932 veröffentlichte er einen Artikel gegen die nazistische Judenhetze. Er stand ab 1933 abseits der Auffassung der deutschen Bischöfe. Diese erkannten am 28.3.1933 das neue Regime feierlich an, ermahnten die Katholiken zu treuer und gewissenhafter Erfüllung der Staatsbürgerpflichten und untersagten ihnen jegliches rechtswidrige Verhalten.
Metzger formulierte 1934 „Die Kirche muss sich zur Wehr setzen, wo man die Macht zum Götzen erhebt, wo man den Frieden zwischen den Völkern durch rohe Gewaltpolitik gefährdet, wo man den Staat zur Quelle allen Rechtes macht und fremde Rechte nur insoweit gelten lässt, als sie dem eigenen Volke keine Opfer zumuten.“
Metzger wurde am 23.1.1934 erstmals verhaftet und saß 4 Tage im Gefängnis „Am Katzenstadel“ in Augsburg in „Schutzhaft“. Es folgten 1935 und 1937 das Verbot der Zeitschriften „Christkönigsbote“ und „Alleluja“, 1939/40 die entschädigungslose Enteignung von Heimen in Graz, Brno, Unternannowitz und Buchenhorst.
Aufgrund der Saktionen wandte er sich zunächst stärker der geistlichen Tätigkeit zu – vor allem der Einigung der Christen. 1939 bildete er Bildung eine ökumenische Gesprächsrunde, die von offiziellen kirchlichen Kreisen aber nicht anerkannt wird - trotz hochrangiger Mitglieder (wie Gregor Lang, Pastor Ellwein, Jesuit Alfred Delp u. a.).
Die zweite Verhaftung erfolgte am 9.11.1939, einen Tag nach dem Attentat auf Hitler in München. Ohne Nennung des Haftgrundes wurde er vier Wochen später entlassen.
Originell und inspirierend bis heute bleibt Metzgers Einsicht: „Frieden gibt es nur, wenn sich die Menschen zum Frieden auch innerlich bekehren“. Frieden und Friedensbewegung haben also entscheidend mit Spiritualität zu tun.
Das Jesuswort von der Einheit der Jünger (Joh 17) bewegte Metzger zur Gründung der Una-Sancta-Bruderschaft zur Versöhnung der Christen. Tausenden protestantischen Pfarrern schrieb er vom gemeinsamen, einigenden Band des Glaubens: „Wir Christen aller Denominationen tragen alle den Namen unseres Herrn.“
Der höhere Klerus von Graz bremste Metzger mehr und mehr aus und drängte darauf, dass Dr. Metzger abberufen wird. 1927 kehrte Metzger nach Deutschland zurück und siedelte 1928 ins nordschwäbische Meitingen im Lankreis Augsburg um, wo er mit dem mittlerweile in Christkönigsgesellschaft umbenannten Weißen Kreuz die Betreuung eines Trinkerheims des Augsburger Caritasverbands übernahm.
Die Gesellschaft wuchs zu einer Brüder- und Schwesterngemeinschaft (heute Säkularinstitut) aus Laien und Priestern mit Niederlassungen bis nach Berlin.
Metzger selbst, der sich „Bruder Paulus“ nannte, förderte die Liturgische Bewegung, er textete und komponierte Lieder für den Gottesdienst - so auch in den letzten 6 Monaten bis zur Hinrichtung - und feierte die Eucharistie als Gemeinschaftsmesse und auf Deutsch – bis es ihm untersagt wurde.
Metzger geriet bald nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ins Visier der Gestapo, die seine ökumenisch-pazifistische Missionsarbeit verdächtig fand; 1934 und 1939 wurde er in Augsburg verhaftet.
Ab 1940 lebte er vorsichtshalber in Berlin, geriet aber über die Spitzeltätigkeit einer Mitarbeiterin in die Fänge der Gestapo. Im Frühjahr 1943 verfasste er ein Friedensmanifest für ein zukünftiges Deutschland nach der Zerschlagung des faschistischen Joches. Dieses Memorandum sollte durch eine Vertraute, Dagmar Irmgart, über Schweden nach Großbritannien gesendet werden – das Tragische, sie war seit 1941 Agentin der Gestapo. Am 29.6.1943 erfolgte die dritte Verhaftung.
Die Verhandlung wegen Hochverrates fand am 14.10.1943 in Berlin statt und endete nach einer Stunde und zehn Minuten mit dem Todesurteil durch Richter Roland Freisler.
Metzgers Bischof, Conrad Gröber von Freiburg stellte ihm zur Gerichtsverhandlung das „Gutachten“ aus: ein „Außenseiter und Nörgler“ und seine Entschuldigung für die „Verbrechen“ seines Priesters mit der Bitte um Begnadigung das aber kein Gehör fand.
Metzger schreibt nach der Verurteilung “Es überkam mich ein Gefühl stolzer Verachtung als ich das Todesurteil hörte. Ich wußte, daß es keine Schande, sondern eine Ehre war, von einem solchen Gericht „ehrlos“ erklärt zu werden.“
Am 17.4.1944 wurde Pfarrer Metzger in Brandenburg-Görden hingerichtet.
Im April 1968 Exhumierung der Gebeine und Überführung von Berlin auf den Ortsfriedhof Meitingen.
Bis zur Aufstellung der Stele am Dom vergingen Jahrzehnte (Enthüllung am 7.10.1973) vor allem durch den Widerstand der katholischen Kirche in Augsburg die gegen eine Errichtung des Gedenksteins war.
Metzger wurde in einem kurzen Schauprozess durch Richter Freißler wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tod verurteilt. Er schrieb noch im Todestrakt zahlreiche Lieder und Gedichte.
Gedicht zu Neujahr 1944
So fang ich‘s an in Gottes Namen
das Jahr, das die Entscheidung bringt.
Ich sag‘ im Voraus schon mein „Amen“ zu dem, was Deinem Rat entspringt.
Was „gut“, was „bös“ für mich - für alle, verbargst Du unserm Unverstand.
Doch Segen ist in jedem Falle,
was Deine Weisheit uns erfand.
So magst Du den Kalender schreiben
für uns, die wir in Deiner Hut!
Laß nur in Deiner Huld mich bleiben!
Ja, was, Du, Vater, schickst,
ist gut. Amen (Neujahr 1944)
das Jahr, das die Entscheidung bringt.
Ich sag‘ im Voraus schon mein „Amen“ zu dem, was Deinem Rat entspringt.
Was „gut“, was „bös“ für mich - für alle, verbargst Du unserm Unverstand.
Doch Segen ist in jedem Falle,
was Deine Weisheit uns erfand.
So magst Du den Kalender schreiben
für uns, die wir in Deiner Hut!
Laß nur in Deiner Huld mich bleiben!
Ja, was, Du, Vater, schickst,
ist gut. Amen (Neujahr 1944)
Abschiedsbrief
1 1/2 Stunden vor der Hinrichtung geschrieben:
Meine viellieben Brüder und Schwestern!
Nun will der Herr von mir das Lebensopfer. Ich sag mein frohes Ja zu seinem Willen. Ich hab’ Ihm ja das Leben angeboten für den Frieden der Welt und die Einheit der Kirche – Er will es haben. Möchte er es segnen!
Ich nehme von Euch Abschied, indem ich Euch um Verzeihung bitte für alles, worin ich Euch nicht das Beispiel war, an dem Ihr Euch zu Ihm gezogen fühlen konntet. Möchte ER nun Euer Hirte sein! Bleibt der SXPR [Christköniggemeinschaft] treu! Möchte sie der Herr sich noch zum Werkzeug gestalten nach Seinem Willen! Er muß König sein! Ich muß schließen!
Der Herr segne Euch alle und gebe Euch ein frohes Herz zum Dienen!
Dient Ihm in den Brüdern [und Schwestern]! Ich bin froh, daß ich Euch doch noch ein wenig geistiges Testament hinterlassen durfte. Wie
er will! In Te speravi! In Treue bis zum Letzten! Br. Paulus v. d. göttl. Vorsehung [Ordensnamen von Max Josef Metzger].
Max Josef Metzger wurde am 17. April 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden mit dem Fallbeil hingerichtet.
Seit 1968 ruht sein Leib auf dem Friedhof in Meitingen, wo das Christkönigs-Institut noch besteht.
Verehrung
Nach der im Frühjahr 2024 erfolgten Anerkennung seines Märtyrertodes durch Papst Franziskus wurde Max Josef Metzger am 17. November 2024 im Freiburger Münster seliggesprochen.
Mehr zu Max Josef Metzger auf Webseite der Erzdiözese Freiburg
Quellen: vgl. www2.bistum-augsburg.de; Wikipedia; vvn-augsburg und andere
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