Sr. Waltraud Marian, Kloster Maria Bronnen, von Gott heimgerufen
+ Sr. Waltraud Marian (84) - Beerdigung am Freitag, 18. Juli in Nöggenschwiel, 14.00 Uhr Beerdigungsmesse anschließend Beisetzung auf dem Friedhof in Bierbronnen.

Wir nehmen Anteil
am Tod unserer Verstorbenen und an der Trauer Ihrer Angehörigen.
Maroun Y Ghafari, Pfarrer in Alma Chaab, Libanon-SÜD schreibt:
„Obwohl der Tod eine Realität ist, ein Übergang für die Gläubigen an den Herrn Jesus zur Herrlichkeit der Auferstehung, hinterlässt die Trennung von unseren Lieben eine tiefe emotionale Wunde - insbesondere da wir in Alma Al-Shaab (Südlibanon) seit Ausbruch des Krieges am 7. Oktober 2023 weiterhin Trauer erdulden müssen.
Schwester Waltraud liebte den Libanon, insbesondere den Südlibanon und vor allem das Dorf Alma Al-Shaab, wo sie viele Jahre lang lebte und das sie zum Ausgangspunkt ihrer Mission machte.
Trotz ihrer Krankheit in den letzten Jahren trug sie unser leidgeprüftes Dorf in ihrem Herzen und bemühte sich, ihre soziale Mission von ihrer Heimatstadt Baden-Baden aus fortzusetzen, trotz ihrer chronischen Erkrankung.
Es muss gesagt werden, dass es ihr Mut, ihre Weisheit und ihre Liebe zu Alma Al-Shaab, dem Süden und dem Libanon waren, der sie dazu veranlasste, von einer Stadt zur anderen in Deutschland und den Nachbarländern zu reisen, um Spenden zu sammeln. Sie hat während ihrer Zeit unter uns eine bedeutende Entwicklung angestoßen - auf sozialer, bildungspolitischer, entwicklungspolitischer und sogar spiritueller Ebene. Sie war es, die Priester aus benachbarten Pfarreien und manchmal sogar aus weit entfernten Klöstern kontaktierte, da Alma Al-Shaab zu dieser Zeit keinen ansässigen Priester hatte.
Die Spuren der verstorbenen Sr. Waltraud bleiben an vielen Orten erhalten - vor allem in unseren Herzen und Gedanken. Der jüngste Krieg zerstörte viele der Gebäude, die Schwester Waltraud mit aufgebaut hatte ... darunter auch das Priesterhaus, in dem sie mehr als zehn Jahre lang gelebt hatte. Leider liegt es nun in Trümmern, ein Haufen Steine. Wir arbeiten jedoch daran, es mit Hilfe von Spenden, die wir nach und nach sammeln, wieder aufzubauen.
Möge Gott Schwester Waltraud gnädig sein und ihr das Himmelreich gewähren, wo es keinen Schmerz, keine Trauer und kein Seufzen gibt, sondern ewige Ruhe. Sie hat in ihrem Leben wahrhaftig den guten Kampf gekämpft, und die Krone der Herrlichkeit, die Gott für seine Auserwählten vorbereitet hat, gehört nun ihr - wie den klugen Jungfrauen, die ihre Lampen brennen ließen, als sie hinausgingen, um dem himmlischen Bräutigam zu begegnen.
Unser herzliches Beileid gilt Ihnen und allen, die um sie trauern. Möge ihre Erinnerung ewig währen! Christus ist auferstanden! Wahrhaftig, er ist auferstanden! (Corbishop Maroun Ghafar, Pfarrer der Our Lady Church in Alma Al-Shaab)
Prof. Dr. Thomas Kremer von der Universität Eichstätt-Ingolstadt schreibt:
„Vor ein paar Tagen habe ich mit der Generalvikarin der Maronitischen Schwestern der Heiligen Familie, Sr. Yara Matta, einen Besuch in Alma asch-Scha'ab geplant, wobei mir bereits vom Wirken von Sr. Waltraud Marian berichtet wurde. Als wir heute zum Mittagessen bei den Schwestern eintrafen, war es sehr bewegend zu hören, dass Sr. Waltraud Mariam gerade dieser Tage verstorben ist und die Pfarrei heute morgen die hl. Messe für sie gefeiert hat. Wir kamen dann ins Haus und es wurde uns ihre Wohnung gezeigt, die sie in ehrender Anerkennung seit 25 Jahren unverändert gelassen haben …
Der Weg nach Alma asch-Scha'ab war gleichwohl schockierend, so sehr sind dort die Dörfer von den letzten Angriffen zerstört - ein unermesslicher Schaden, umso mehr beeindruckt die
Motivation zum Wiederaufbau, 75% der rein christlichen Bevölkerung des Dorfes sind zurückgekehrt.
Gerne möchte ich auf diese Weise Anteil nehmen und Ihrer Gemeinschaft mein Mitgefühl
ausdrücken. Vielleicht freut es Sie zu hören, dass Sr. Waltraud Marian ohne Zweifel sehr tiefe Spuren in diesem Dorf hinterlassen hat, und die Dankbarkeit der Schwestern, aber auch der Bevölkerung ist groß. …
Mich selbst hat dieser Tag sehr bewegt und ich würde gerne durch einen kleinen Beitrag auf unserem noch relativ neuem Blog unsres Eastern Christian Studies Online Campus einen Bericht verfassen und …
dabei das Werk von Sr. Waltraud Mariam etwas genauer beleuchte. …
Mit besten Grüßen
Thomas Kremer
Prof. Dr. Thomas Kremer
Lehrstuhl für Theologie des Christlichen Ostenach
„Grüß Gott,
mit diesem Grußwort begann Sr. Waltraud Marian alle ihre Rundschreiben, die sie seit Herbst
1979 versandte, um Hilfe für die bedrängten Menschen im Südlibanon zu erbitten. Heute beginne auch ich mit diesem Gruß, allerdings um Ihnen mitzuteilen, dass Sr. Waltraud am vergan-
genen Donnerstag, dem 10. Juli, am Nachmittag in Baden-Baden verstorben ist.
Seit Ende des vergangenen Jahres schwanden ihre Kräfte zusehends, was sie nicht hinderte, wachen Geistes die Umbrüche in Kirche und Welt mit zu verfolgen. Sehr schmerzlich waren für sie
die Geschehnisse im Nahen Osten, ganz besonders natürlich die, die den Südlibanon betrafen.
Ab Mitte Januar wurde für Sr. Waltraud Hilfe von außen notwendig. Durch den ambulanten Pflegedienst konnte die Familie, ihr Bruder und ihre beiden Nichten, doch etwas entlastet werden. Für Sr. Waltraud und alle war dies nicht nur eine Umstellung, sondern auch immer wieder eine große Herausforderung. Für die Angehörigen war es dennoch als Geschenk empfunden worden, die Tante bzw. die leibliche Schwester, auf diesem letzten Wegstück begleiten zu dürfen. Mit manchem Auf und Ab während der vergangenen Monate, war es so möglich, dass sie zuhause bleiben konnte. Ihr Bruder und die beiden Nichten wechselten sich ab im Schauen
nach ihr, wie auch am Tag ihres Heimgangs. Am Vormittag des 10. Juli beteten und sangen Bruder und Nichte noch mit und für Sr. Waltraud.
In vollem Bewusstsein empfing sie am Herz-Jesu-Freitag, dem 4. Juli, in der hl. Kommunion die letzte Wegzehrung.
Bereits am Sonntag erhielten wir per Email einen Gruß der Anteilnahme und Trauer vom Pfarrer aus Alma Al-Shaab / Libanon, dem langjährigen Wirkungsort von Sr. Waltraud. Ebenso von dort traf noch eine weitere Email bei uns ein. Beide Schreiben fügen wir gerne als Kopie bei.
Heute möchte ich Ihnen allen aber im Namen von Sr. Waltraud von Herzen danken für jedes Gebet, für jede ideelle und besonders auch für jede finanzielle Unterstützung, die sie über all die vielen Jahre für die Menschen im Libanon von Ihnen erhalten hat.
Nachfolgend nenne ich noch einmal die Nummer des Spendenkontos, das bis auf weiteres weitergeführt wird. Die Menschen im Libanon sind nach wie vor in großer Not. Ihre Gaben werden von uns entsprechend, wie gehabt, zuverlässig weitergeleitet.
Sehr herzlich grüße ich Sie alle und bitte um Ihr Gebet für Sr. Waltraud
Sr. Martina Bucher (für die Schwestern vom Gemeinsamen Leben - Maria Bronnen, Weilheim)
Spendenkonto: Libanon-Hilfe Sr. Waltraud
IBAN: DE41 6845 2290 0003 3084 00 BIC: SKHRDE6W Sparkasse Hochrhein
„Brüder vom Gemeinsamen Leben“, Augustiner Chorherren e.V., Kloster Maria Bronnen
